Stolpersteinverlegung in der Donaustraße für Joseph und Anna Lotte Adler sowie Hans Georg und Gisela Mannaberg

Pressemitteilung vom 14.05.2025

am Donnerstag, 22. Mai 2025 um 12 Uhr, Donaustraße 12, 12043 Berlin

in Anwesenheit von Mathias Irminger Sonne, Kulturattaché der dänischen Botschaft und Janine Wolter, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport.

Die vier Stolpersteine erinnern an die Familie Adler/Mannaberg, die im Haus Donaustraße 12 ihren letzten frei gewählten Wohnort hatte. Mitglieder der Familie wurden während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, misshandelt und ermordet. Zwei von ihnen haben die NS-Zeit überlebt.

Der jüdische Schriftsteller und Buchdrucker Joseph Adler war ein bedeutender Vertreter des deutschen Expressionismus und veröffentlichte zahlreiche Beiträge in der Zeitschrift Der Sturm. Monatsschrift für Kultur und die Künste. 1937 wurde er von einem SA-Trupp brutal misshandelt und erlag 1939 den Spätfolgen dieses Angriffs.

Seine Ehefrau Anna Lotte Adler überlebte den Nationalsozialismus, war jedoch schwerwiegenden Repressionen ausgesetzt – sowohl aufgrund ihrer jüdischen Ehe als auch wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD. Sie engagierte sich aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime, unter anderem durch das Verteilen von Flugblättern. 1942 wurde sie verhaftet, da sie – wie ihr Sohn – verdächtigt wurde, an dem Brandanschlag auf die nationalsozialistische Propaganda-Ausstellung „Das Sowjetparadies“ beteiligt gewesen zu sein. Mangels Beweisen wurde sie schließlich wieder freigelassen.

Hans Georg Mannaberg, Sohn von Anna Lotte Adler aus erster Ehe, war ebenfalls im Widerstand aktiv und Mitglied der Gruppe um Herbert Baum. Auch er wurde 1942 im Zuge der Ermittlungen nach dem Brandanschlag verhaftet. Noch im selben Jahr wurde er im Zuchthaus Plötzensee hingerichtet.

Auch Gisela Mannaberg, die Schwester von Hans Georg Mannaberg, war im Widerstand tätig. Nach der Verhaftung ihres Bruders sah sie sich zur Flucht gezwungen. Sie konnte ins Exil nach Dänemark entkommen und überlebte.

Stolpersteine können von allen interessierten Bürger:innen gestiftet werden. 120 Euro ermöglichen die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteines. Für den Bezirk Neukölln koordiniert das Museum Neukölln die Stolpersteinverlegungen.

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