Aktion „Rote Schuhe“ vor dem Neuköllner Rathaus
Pressemitteilung vom 07.05.2025
In den letzten fünf Wochen sind allein in Berlin drei Frauen mutmaßlich von ihren ehemaligen Lebenspartnern getötet worden. Die Aktion „Rote Schuhe“ der Anti-Gewalt-Projekte in Berlin kam am heutigen Mittwoch, dem 7. Mai 2025, in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Martin Hikel und der Gleichstellungsbeauftragten Sylvia Edler vor dem Neuköllner Rathaus zusammen, um dem letzten Opfer eines Femizids zu gedenken, einer 37-jährigen vierfachen Mutter aus Britz.
Mit roten Schuhen auf der Rathaustreppe wiesen die Mitarbeitende der Frauenhäuser und Beratungsstellen gegen Häusliche Gewalt symbolisch darauf hin, dass weltweit regelmäßig Frauen Opfer von Femiziden werden und protestierten dagegen, dass Männer nicht wirksam daran gehindert werden.
Martin Hikel Bezirksbürgermeister: „Es ist kein Geheimnis: Gewalttätige Männer haben noch immer zu wenig zu befürchten. Vor allem Kontakt- und Näherungsverbote müssen schnell von Gerichten ausgesprochen und dann von den Behörden überwacht werden. Wer ein gerichtliches Näherungsverbot erhält, muss deshalb öfter über eine Fußfessel zu orten sein als dass dies bislang der Fall ist. Nur so können Frauen tatsächlich vor möglichen Tätern geschützt werden. Natürlich müssen wir auch kritisch die Infrastruktur für Frauen, von Beratung bis hin zu Frauenhäusern, beleuchten. Ziel muss aber bleiben, dass Frauen nicht mehr Opfer werden und ein selbstbestimmtes Leben führen können.“
In Berlin fehlen nach den Vorgaben der Istanbul-Konvention derzeit 486 Schutzplätze für gewaltbetroffene Frauen. Für viele schutzsuchenden Frauen und ihren Kindern gibt es keine freien Schutzplätze. Obwohl Mitarbeitende des Berliner Anti-Gewalt-Bereichs seit Jahren auf die dramatischen Zustände aufmerksam machen, sind im vergangenen Jahr allein in Berlin 29 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet worden.