Mit der auslaufenden Hitzhhilfe endet die Hilfebedürftigkeit obdachloser und wohnungsloser Menschen nicht. Es kommen ganz neue Herausforderungen auf sie zu, für die Berlin nur die mindeste Hilfestellung geben kann.
Nässe und zunehmende Kälte sind dabei nur zwei Widrigkeiten. Wer sich an den Regenschirm klammert oder beiden Hände in den Jackentaschen hat, gibt auch seltener Geld an bettelnde Menschen. Auf der anderen Seite wird die Not der Menschen unter diesen Bedingungen vielleicht umso sichtbarer. Der Handlungsdruck für jeden Einzelnen größer.
Der Auftrag des Bezirksamt ist es, jedem unfreiwillig obdachlosen Menschen eine Unterkunft zu garantieren. Eine Aufgabe, die zunehmend schwieriger zu erfüllen ist. Berlinweit fehlen ordnungsrechtliche Unterkünfte. Ein Schwerpunkt der vergangenen und kommenden Monate liegt daher darauf, neue Unterkünfte zu beschaffen und ans Netz zu bringen. Wer leer stehende Gewerberäume, im besten Fall ehemalige Hotels oder Pensionen, kennt, melde sich bitte jederzeit bei mir.
Ab Oktober startet dann die Kältehilfe, die als reine Notübernachtung die Gefahren des Aufenthaltes im Freien für Gesundheit und Leben der obdachlosen Menschen nehmen soll. Im vergangenen Jahr haben die Kapazitäten berlinweit knapp ausgereicht. In Neukölln gibt es seit vielen Jahren zu wenig Plätze. Ob es gelingt, hier mehr zu schaffen, werden die nächsten Wochen zeigen.
Aus meiner Perspektive ist es an der Zeit, den Rechtsanspruch auf eine menschenwürdige Unterbringung gesamtbezirklich zu verstehen. Es reicht nicht mehr aus, auf fehlende Unterkünfte zu verweisen. Offensichtliche Bedarfe müssen künftig auch bei Planungsvorhaben und Neubauten berücksichtigt werden. Das muss nicht in jedem Fall ein Obdachlosenheim sein. Trägerwohnungen oder Housing First gibt es ebenfalls viel zu wenige in dieser Stadt.