Soziales und Gesundheit in Neukölln - September 2024

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

das war es (zunächst) mit dem Sommer und der Hitze. Während ich in den vergangenen Wochen stets nach einem Fahrradstellplatz am Rathaus suchen musste, war es heute morgen erfreulich leer. Dafür aber eben auch nass und ungemütlich.

Mit der Hitze endet auch die Notwendigkeit der Hitzehilfe, wobei einige Elemente daraus natürlich weiterlaufen. So zum Beispiel die Notunterkunft bei Kubus, die aus Mitteln des Senats ausgeweitet werden konnte.

Den letzten (Spät)sommertag hat am Sonntag die Neuköllner Seniorenvertretung für ihren 2. Seniorensommer genutzt. Mehr zu diesem tollen Fest gibt es weiter unten.

Ich wünsche Ihnen einen guten und gesunden Start in den nahenden Herbst!
Ihr Hannes Rehfeldt
Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit

Hitzehilfe - und dann?

Mit der auslaufenden Hitzhhilfe endet die Hilfebedürftigkeit obdachloser und wohnungsloser Menschen nicht. Es kommen ganz neue Herausforderungen auf sie zu, für die Berlin nur die mindeste Hilfestellung geben kann.

Nässe und zunehmende Kälte sind dabei nur zwei Widrigkeiten. Wer sich an den Regenschirm klammert oder beiden Hände in den Jackentaschen hat, gibt auch seltener Geld an bettelnde Menschen. Auf der anderen Seite wird die Not der Menschen unter diesen Bedingungen vielleicht umso sichtbarer. Der Handlungsdruck für jeden Einzelnen größer.

Der Auftrag des Bezirksamt ist es, jedem unfreiwillig obdachlosen Menschen eine Unterkunft zu garantieren. Eine Aufgabe, die zunehmend schwieriger zu erfüllen ist. Berlinweit fehlen ordnungsrechtliche Unterkünfte. Ein Schwerpunkt der vergangenen und kommenden Monate liegt daher darauf, neue Unterkünfte zu beschaffen und ans Netz zu bringen. Wer leer stehende Gewerberäume, im besten Fall ehemalige Hotels oder Pensionen, kennt, melde sich bitte jederzeit bei mir.

Ab Oktober startet dann die Kältehilfe, die als reine Notübernachtung die Gefahren des Aufenthaltes im Freien für Gesundheit und Leben der obdachlosen Menschen nehmen soll. Im vergangenen Jahr haben die Kapazitäten berlinweit knapp ausgereicht. In Neukölln gibt es seit vielen Jahren zu wenig Plätze. Ob es gelingt, hier mehr zu schaffen, werden die nächsten Wochen zeigen.

Aus meiner Perspektive ist es an der Zeit, den Rechtsanspruch auf eine menschenwürdige Unterbringung gesamtbezirklich zu verstehen. Es reicht nicht mehr aus, auf fehlende Unterkünfte zu verweisen. Offensichtliche Bedarfe müssen künftig auch bei Planungsvorhaben und Neubauten berücksichtigt werden. Das muss nicht in jedem Fall ein Obdachlosenheim sein. Trägerwohnungen oder Housing First gibt es ebenfalls viel zu wenige in dieser Stadt.

2. Neuköllner Seniorensommer

Schon eine gute Stunde vor Beginn war der Andrang auf dem Gelände der bezirklichen Senioren- und Behindertenfreizeitstätte in Alt-Buckow groß. Es bildeten sich gleich mehrere Schlange am Eingang, die die Vorfreude auf den 2. Seniorensommer der Neuköllner Seniorenvertretung aber nicht zu mindern vermochten.

Schon einige Zeit vorher wurden zahlreiche Informationsstände, Kuchen- und Getränkeverkauf, etliche Tische und Stühle sowie ein Festzelt für Musik und Vorführungen aufgebaut. Alles ehrenamtlich, mit viel Herzblut und Unterstützung des evangelischen Kirchenkreises Neukölln. Vielen Dank und große Anerkennung für diesen tollen Seniorensommer an die Seniorenvertretung und alle Helfer!

Ich konnte vor Ort eine außerplanmäßige Bürgersprechstunde abhalten und viel Wünsche, Sorgen und Ideen mitnehmen. Unter anderem ist es mir (hoffentlich) gelungen, den Teilnehmenden die Sorge vor einer Schließung der Seniorenfreizeitstätte Alt-Buckow zu nehmen. Das ist weder geplant noch gewollt. Im Gegenteil werde ich die tolle und wichtige Arbeit der bezirklichen Freizeitstätten stärken, indem ich zwei Vollzeitkräfte einstellen werde. Das ist ein deutlicher Kurswechsel in der Seniorenpolitik der vergangen Jahrzehnte, die die Ehrenamtlichen weitgehend sich selbst überlassen hat.

Ich bin mir sicher: Ehrenamt braucht immer Hauptamt. Darum hoffe ich auf eine gute Personalauswahl und einen baldigen Start der Unterstützung.

Ohne Ehrenamt wird es aber auch in Zukunft nicht gehen. Und das ist auch richtig so. Denn Senioren sind keine Kinder, die beaufsichtigt werden müssen. Sie sind gestandene Männer und Frauen, die mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung vielen anderen einiges voraus haben. Sie können und sollen auch in Zukunft Verantwortung für “ihre” Freizeitstätten übernehmen.

Daher meine Bitte: werben Sie für das Ehrenamt in der Neuköllner Seniorenarbeit. Oder Sie machen es gleich selbst! Zusammen mit zwei oder drei Freundinnen und Freunden einer Senioreneinrichtung neues Leben einhauchen klingt für mich nach einer spannenden Aufgabe. Bitte melden Sie sich jederzeit bei meinem Seniorenservice, wenn Sie sich das vorstellen können oder Fragen haben.

Gleich mehrfach wurde ich um Unterstützung bei den Kosten für die Pflege naher Angehöriger gebeten. Für eine Beratung dazu gibt es gute Angebote in Neukölln, die zu allen Fragen rund um die Pflege, Grundsicherung und der Suche nach einer stationären Pflegeeinrichtung helfen können:

Nutzen Sie diese Angebote. Dort sitzen echte Profis, die auf jede Frage mindestens eine Antwort haben!

Meine Bürgersprechstunde

Meine nächste Bürgersprechstunde für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Anliegen zu den Themen Soziales und Gesundheit findet statt am

Donnerstag, 19.09.2024
13:00 bis 14:00 Uhr
Ev. Kirchengemeinde Berlin-Rudow
Gemeindezentrum Dorfkirche (Saal 1) | Prierosser Str. 70, 12355 Berlin

Über eine Anmeldung in meinem Büro per Mail oder telefonisch (030 90239 2241) zur besseren Planbarkeit freue ich mich. Gerne können Sie aber auch spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen.

Veranstaltungskalender für Seniorinnen und Senioren

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren sind jeden Monat neu hier erhältlich.