Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2022 zeigen die besondere Stärke, Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Neuköllner Familien. Der vielerorts erwartete und zu Recht befürchtete flächendeckende Rückschritt in der gesundheitlichen Entwicklung von Kindern aufgrund der erheblichen Einschränkungen durch die Covid-19 Pandemie ist ausgeblieben.
Die weithin positiven Ergebnisse sind mit großen Kraftanstrengungen Neuköllner Eltern, Großeltern, anderer Bezugspersonen und des Hilfesystems aus öffentlichem Gesundheitsdienst, Jugendhilfe und psychosozialer Versorgung möglich geworden. Dafür kann ich nur von ganzem Herzen „Danke!“ sagen.
Die seit Jahren anhaltenden Entwicklungen zeigen gleichzeitig, dass Eltern, Kinder und Familien die ihnen angebotenen Unterstützungen annehmen. Sie zeigen, dass es gelingen kann, negative Trends zu stoppen und umzukehren. Nicht sofort. Oft quälend langsam und noch immer nicht zur vollen Zufriedenheit. Dass es aber dennoch gelingen kann, ist das beste Argument für alle Verantwortlichen, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen.
Die Erfolge von Prävention sind oft schlecht messbar. Aber jedes Kind, das einen Stift halten und bedienen (Visuomotorik), seine eigenen Bedürfnisse und die anderer Kinder verstehen (emotional-soziale Entwicklung) und die deutsche Sprache sprechen kann, entlastet den Reparaturbetrieb späterer Jahre, spart auf Dauer sehr viel Geld und hat beste Chancen auf ein erfolgreiches, gesundes und erfülltes Leben. Gelingende Prävention ist darum kein „nice to have“, sondern zentrale Aufgabe staatlicher Daseinsvorsorge.
Es wird sich zeigen, ob es dem Bezirk gelingt, die guten Rahmenbedingungen der letzten Jahre zu verstetigen, alle soziale Statusgruppen an den Erfolgen teilhaben zu lassen und die erzielten Erfolge auch in die folgenden Lebensphasen zu übertragen.