Soziales und Gesundheit in Neukölln - Januar 2023

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Bezirksstadtrat Hannes Rehfeldt

Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

das Jahr 2023 war für unseren Bezirk und die ganze Stadt im wahrsten Sinne des Wortes bewegend. Massive Ausschreitungen in der Silvesternacht, die Neukölln – mal wieder! – zum Mittelpunkt einer bundesweiten Debatte machten. Keine Schlagzeilen und Bilder, auf die wir stolz sein könnten.

Dann die dringend notwendige Wiederholungswahl und ein spürbarer Aufbruch im politischen Berlin. Zum Jahresende bereiten mir Sparankündigungen im sozialen Bereich große Sorgen, die vor allem durch die aus meiner Sicht falsche Prioriätensetzung der vergangenen Jahre ausgelöst sind. Es ist das gemeinsame Ziel des Bezirksamtes, gerade nicht die Schwächsten unserer Gesellschaft – Kinder, Senioren, Obdachlose – deswegen im Stich zu lassen.

Klar ist aber auch: schon der Status Quo ist zu wenig – und das seit vielen Jahren. Sei es bei der psychiatrischen Versorgung, der Hilfe für obdachlose Menschen oder der Prävention von Einsamkeit und Krankheit. In den letzten Jahren ist dort viel zu wenig passiert. Die nächsten Jahre werden daher so oder so herausfordernd. Es wird Aufgabe des Bezirks sein, diese und andere Angebote trotz notwendiger Sparmaßnahmen zu stärken und dafür neue Wege zu finden.

Wie es gehen kann, hat das vergangene Jahr aber auch gezeigt. Mit der Förderung des Gesundheitskollektivs durch den Innovationsfonds entsteht ein bundesweit einmaliges Leuchtturmprojekt, das die Gesundheitsversorgung in sozial belasteten Gebieten revolutionieren kann. Ich bin sehr darauf gespannt, wie das gelingen wird und freue mich, daran mitwirken zu können.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen guten Start in das Jahr 2024. Lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass es nicht so beginnt wie das ausklingende.

Ihr
Hannes Rehfeldt
Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit

Innovationsfonds

Es ist ein großer Erfolg für Neukölln und die gesamte Gesundheitsregion Berlin: das Primärversorgungszentrum Geko Neukölln wird ab Juni 2024 für mehr als drei Jahre vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss mit über 3,5 Millionen Euro gefördert.

Mit dem Projekt gehen der Bezirk Neukölln und das Gesundheitskollektiv erneut gemeinsam in die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die enge Verzahnung des öffentlichen Gesundheitsdienstes mit Stadtteilgesundheitszentren kann dazu beitragen, die bedarfsgerechte Versorgung gerade derjenigen Neuköllnerinnen und Neuköllner zu stärken, deren Zugang zu Gesundheitsangeboten bisher erschwert ist. Mit Blick auf die nahende Bundesgesetzgebung zu Primärversorgungszentren, Gesundheitskiosken und Gesundheitsregionen wird diese Kooperation in Zukunft noch wichtiger. Neukölln zeigt hier erneut seine Innovationskraft angesichts besonders herausfordernder gesundheitlicher und sozialer Lagen.

Das Gesundheitszentrum, das schon seit 2021 auf dem Gelände der Kindl-Brauerei eine innovative Form der Gesundheitsversorgung anbietet, geht damit in die nächste wichtige Phase über. Das neue Programm mit dem Namen NAVIGATION soll die Verbesserung der Gesundheitsversorgung bewirken und damit auch eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.

Gesundheitszentrum in der Gropiusstadt

Gesundheitszentrum Gropiusstadt

Die Zukunft des Gesundheitszentrums Gropiusstadt war in diesem Jahr immer wieder und ständig Thema. Die Sorgen von Patientinnen und Patienten, Fachkräften und Anwohnenden sind verständlicherweise groß. Kaum ein Thema hat mich in den letzten Monaten so oft beschäftigt, wie dieses.

Es ist gut und richtig, dass sich die im Bezirk maßgeblichen politischen Kräfte – insbesondere die Abgeordneten von SPD und CDU – gemeinsam mit dem Bezirksamt in vielen Gesprächen für den langfristigen Erhalt und Planungssicherheit einsetzen.

Dabei wird vom Eigentümer der Immobilie konsistent und glaubhaft kommuniziert, dass der Bestand der sozialen Nutzung auch bei einem Verkauf vertraglich abgesichert werden soll. Aus meiner Sicht ist dafür vor allem der Verbleib in diakonischer Trägerschaft, möglicherweise sogar durch einen lokalen Träger, der beste Weg. Dafür sehe ich nach den letzten Gesprächen gute Chancen.

Gleichzeitig brauchen die Unternehmen in der Lipschitzallee 20 Planungssicherheit. Schon jetzt schauen sich einige nach neuen Räumen um, weil der Umzug einer Arztpraxis sehr aufwändig ist und es zunehmend schwer fällt, bezahlbare Räume in Berlin zu finden. Sollte der Verkauf also noch länger auf sich warten lassen, muss auch die Verlängerung der bestehenden Mietverträge über 2025 hinaus angegangen werden.

Meine Bürgersprechstunde

Meine nächste Bürgersprechstunde für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner mit Anliegen zu den Themen Soziales und Gesundheit findet statt am

Donnerstag, 18.01.2024
13:00 bis 14:00 Uhr
Seniorenfreizeitstätte Alt-Rudow 60a | 12355 Berlin

Über eine Anmeldung in meinem Büro per Mail oder telefonisch (030 90239 2241) zur besseren Planbarkeit freue ich mich. Gerne können Sie aber auch spontan und ohne Anmeldung vorbeikommen.

Veranstaltungskalender für Seniorinnen und Senioren

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Beratungsangeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren sind jeden Monat neu hier erhältlich.