Bleibt neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob im Regionalen Sozialen Dienst des Jugendamtes noch Zeit und Raum, um sich sportlich so zu entwickeln, dass man sogar auf internationalem Niveau mithalten kann?
Vor allem brauche es persönliches Engagement und die Unterstützung von Familie und Freunden, findet Tim. Eine große Rolle spiele auch der Heimatverein, bei dem ja das ganze Jahr trainiert wird. „Und du musst bereit sein, viel Zeit zu investieren. In der Regel geht für die Wettkämpfe und Trainingscamps dein Jahresurlaub drauf. Da bleibt wenig übrig für wirklichen Urlaub und Erholung im klassischen Sinn.“ Das sei bei vielen der Mannschaftskollegen ähnlich.
Sicher, das Bezirksamt Neukölln setzt sich für Inklusion, Chancengleichheit und moderne Arbeitsbedingungen ein. Flexible Arbeitsmodelle und ein unterstützendes Arbeitsumfeld ermöglichen es bereits vielen Mitarbeitenden, berufliche Anforderungen gut mit dem Privatleben zu vereinbaren. Das klappt aber eben doch nur bedingt und in gewissem Umfang. Von einigen seiner Sportskollegen weiß er, dass es aber auch bereits Arbeitgeber gibt, die generell freistellen und so den Leistungssportler unterstützen. „Für meine Teilnahme an der WM in China habe ich deshalb beim Bezirksamt Sonderurlaub beantragt. Rückhalt hatte ich von meinem Arbeitsteam und meinen Vorgesetzten. Es war zwar ein mehrmonatiger, nicht ganz komplikationsloser Bearbeitungsweg, wurde aber letztlich genehmigt. Darüber habe ich mich natürlich gefreut.“
Im Alltag richtet sich das Training im Wesentlichen nach der Arbeitszeit – während es fixe Trainingszeiten montags und donnerstags mit der Mannschaft beim SCC gibt, müssen sich die individuellen Trainingszeiten für Kraft- und Athletiktraining an die wöchentliche Arbeitszeit anpassen – und manchmal leider auch zugunsten des Jobs ausfallen.
Nach dreieinhalb Jahren Dualen Studiums ist Tim seit März nun in Vollzeit als Sozialarbeiter im Bereich und hat inzwischen ebenso wie seine Kolleg:innen „seine Fälle“ aufgebaut und das gleiche hohe Arbeitspensum wie alle hier im Regionalen Sozialen Dienst erreicht. „Umso mehr bin ich dankbar und kann nur sagen ‘großes Lob an mein Team‘ für die gute Vertretung während meiner Abwesenheit.“