Auszug - Berichte der Patientenfürsprecherinnen (Hinweis: Berichte bereits versendet) a) Vivantis-Betriebes Krankenhaus Neukölln b) Ida - Wolff - Haus c) Psychatriebereich   

 
 
17. öffentliche Sitzung des Gesundheitsausschusses
TOP: Ö 3
Gremium: Gesundheitsausschuss Beschlussart: erledigt
Datum: Mi, 29.05.2019 Status: öffentlich
Zeit: 17:00 - 18:30 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Vivantes Klinikum Neukölln
Ort: Rudower Straße 48, 12351 Berlin
 
Beschluss


Herr Koglin begrüßt anlässlich des Tagesordnungspunktes die Patientenfürsprecherin Frau Schuhmann, die zunächst im Namen aller Neuköllner Patientenfürsprecherinnen anmerkt, dass die Berichte aus dem vergangenen Kalenderjahr erst in der heutigen Sitzung besprochen werden, da diese grundsätzlich am 1. Mai eines jeden Jahres veröffentlich werden sollen. Sie hofft, dass die Berichte im nächsten Jahr wieder wie in der Vergangenheit zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr im Gesundheitsausschuss besprochen werden. Herr Koglin informiert darüber, dass die Terminverschiebungen in den Unregelmäßigkeiten im Vorsitz des Ausschusses begründet sind und auch er davon ausgeht, dass die Besprechungen der Patientenfürsprecherberichte im kommenden Jahr wieder früher auf der Tagesordnung stehen.

 

Anschließend weist Frau Schuhmann darauf hin, dass alle Berichte im Vorfeld der Sitzung versendet wurden, so dass sie nunmehr gern für Fragen zur Verfügung steht.

 

Herr Hecht stellt fest, dass die schnellen und oft unvorbereiteten Entlassungen die Patientinnen und Patienten in nahezu allen Krankenhäusern vor große Herausforderungen stellt und bittet Frau Schuhmann um Hinweise, ob ihr bekannt ist, weshalb die Sozialdienste hier noch immer nicht besser funktionieren. Frau Schuhmann macht zunächst darauf aufmerksam, dass sie diese Problematik mit der neuen Klinikleitung leider noch nicht erörtern konnte. Allgemein hat sie jedoch den Eindruck, dass schlichtweg zu wenig Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in den Sozialdiensten zur Verfügung stehen. Des Weiteren sind die tätigen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sehr häufig nur schwer erreichbar. Warum genau das Entlassungsmanagement im Vivantes Krankenhaus Neukölln nicht funktioniert kann sie jedoch nicht sagen. Nach ihren Erkenntnissen läuft das Entlassungsmanagement zum Beispiel im Hedwigkrankenhaus gut. In diesem Zusammenhang berichten sowohl Herr Koglin als auch Frau Schuhmann von eigenen Erfahrungen im Rahmen ihrer Entlassungen aus dem Krankenhaus Neukölln. Hierzu führ Frau Schuhmann aus, dass aus ihrer Sicht zahlreiche Faktoren zusammenspielen, weshalb es bei den Entlassungen immer wieder zu Problemen kommt. Auch die Tatsache, dass es immer wieder vorkommt, dass keine Entlassungsgespräche geführt werden, ist Frau Schuhmann bekannt. Sie beobachtet auch, dass es durch die häufig zu frühen Entlassungen zu Komplikationen kommt und die Patientinnen und Patienten in der Konsequenz über die Rettungsstelle erneut aufgenommen werden müssen.

 

Die mangelhafte Kommunikation stellt grundsätzlich ein Problem dar, mit dem Frau Schuhmann im Rahmen ihrer Tätigkeit immer wieder konfrontiert wird. Hinzu kommt, dass es viel zu wenig Fachpersonal für demenzkranke Patientinnen und Patienten gibt.

 

Frau Gloeden stellt fest, dass der Bericht im Bereich der Somatik in den vergangenen Jahren unverändert zahlreiche Probleme aufzeigt, für die offensichtlich keine Lösungen auf Ebene der Klinikleitung gefunden werden konnten. Sie bedauert, dass keine Vertreterin bzw. keine Vertreter der Klinikleitung an der heutigen Sitzung teilnehmen. Hierzu macht Herr Koglin deutlich, dass die Geschäftsleitung eine Teilnahme am Ausschuss abgelehnt hat. Frau Schuhmann teilt hierzu mit, dass sie es nicht so sehen würde, dass gar nichts zum Positiven entwickelt hat. Insbesondere die Wahrnehmung der Patientenfürsprecherinnen hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Auch die Zusammenarbeit mit der ehemaligen Klinikleitung war am Ende gut. Problematisch ist aus Sicht von Frau Schuhmann, dass der neue Geschäftsführende Direktor für drei großen Klinikstandorte verantwortlich und dadurch sehr eng terminiert ist.

 

Auch aus Sicht von Frau Gebhardt sind keine Verbesserungen der Situation vor Ort erkennbar und sie bezweifelt auch, dass allein durch den Neubau eine wesentliche Verbesserung zu erwarten ist. Sie stellt die Frage in den Raum, welche Möglichkeiten die Ausschussmitgliederhaben, die Erkenntnisse der Patientenfürsprecherinnen öffentlich und damit deutlich zu machen, dass die Zustände am Vivantes Klinikum Neukölln unhaltbar sind.

 

Herr BzStR Liecke schlägt vor, die Probleme in der geplanten, gemeinsamen Sitzung mit Herrn Staatssekretär Matz zu besprechen. Die Eingriffsmöglichkeiten des Gesundheitsamtes sind hinsichtlich der erforderlichen Veränderungen leider sehr begrenzt, da es in diesem Zusammenhang keinerlei Weisungsbefugnisse gibt. Er merkt weiter an, dass die Patientenfürsprecherinnen auch zu jeder Sitzung des Krankenhausbeirates eingeladen werden und auch dort die Berichte erörtert werden. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben dabei gezeigt, dass der ehemalige Geschäftsführende Direktor die Patientenfürsprecher Berichte und auch die Probleme immer sehr ernst genommen hat. Aber auch er hat stets „gegen Windmühlen gekämpft“. Auch Herr BzStR Liecke findet die Tatsache, dass der neue Geschäftsführende Direktor für drei großen Klinikstandorte verantwortlich ist, sehr problematisch.

 

Auch Frau Schoenthal kritisiert die Abwesenheit der Klinikleitung und merkt an, dass der Ausschuss sicher auch bereit gewesen wäre, an einem anderen Tag zu tagen, damit eine Teilnahme möglich gewesen wäre. Das die Verantwortlichen nicht anwesend sind, ist aus ihrer Sicht für die Arbeit der Ausschussmitglieder sehr frustrierend.

 

Anschließend berichtet Frau Sand von einer sehr positiven Erfahrung, die sie selbst im Vivantes Klinikum Neukölln machen durfte und befürchtet, dass der schlechte Ruf für die guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter demotivierend sein könnte. Auch Frau Schoenthal merkt in diesem Zusammenhang an, dass nicht alles während ihres Aufenthaltes im Krankenahaus schlecht gewesen sei. Insbesondere das Ärzteteam war sehr gut.

 

Frau Lanske erinnert an die Aktivitäten des Gesundheitsausschusses hinsichtlich der Hörberatungsstelle und regt an, sich parteiübergreifend abzustimmen, was aus dem Ausschuss heraus auf den Weg gebracht werden könnte, um die Situation vor Ort langfristig zu verbessern.

 

Nachdem Herr Koglin von seiner Erfahrung mit einer provisorischen Intensivstation auf dem Gang und einer katastrophalen Verpflegung berichtet hat, informiert Frau Schuhmann darüber, dass es über das Essen an sich eher weniger Beschwerden gibt. Wenn, dann beziehen sich die eingehenden Meldungen bei ihr darauf, dass Unverträglichkeiten bei der Versorgung nicht berücksichtigt wurden.

 

Da keine weiteren Fragen zum Bericht von Frau Schuhmann vorliegen, begrüßt Herr Koglin Frau Kaletsch, die als Patientenfürsprecherin im Ida-Wolff-Krankenhaus tätig ist. Diese stellt ebenfalls zunächst fest, dass ihr Bericht allen Anwesenden im Vorfeld der Sitzung zugegangen ist und sie grundsätzlich ein sehr positives Feedback zur Situation im Ida-Wolff-Krankenhaus geben kann. Häufig handelt es sich bei den Meldungen an sie gar nicht um Beschwerden sondern lediglich Anfragen. Die Krankenhausleitung erlebt sie als sehr engagiert und steht mit dieser auch in einem sehr engen Austausch. Gleiches gilt für den Austausch zwischen der Krankenhausleitung und den Patientinnen und Patienten. Wenn Probleme auftreten, wird immer sehr zeitnah eine Lösung gefunden und die Arbeit der Patientenfürsprecherin wird sehr ernst genommen.

 

Auf Nachfrage von Frau Gebhardt teilt Frau Kaletsch mit, dass ihres Wissens nach auch weiterhin Leasingkrankenschwestern im Ida-Wolff-Krankenhaus beschäftigt werden. Sie macht darauf aufmerksam, dass es sich hierbei aber ausgebildete und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt. Frau Gebhardt merkt hierzu an, dass durch den Einsatz von Leasingkräften jedoch keine Kontinuität für die Patientinnen und Patienten gegeben ist.

 

Nachdem keine weiteren Fragen zu dem Bericht von Frau Kaletsch vorliegen, teilt Herr Koglin mit, dass die dritte Patientenfürsprecherin heute leider verhindert ist. Auf Nachfrage von Herrn Koglin stellen die Ausschussmitglieder fest, dass es keine Notwendigkeit gibt, Frau Heidenreich zu einer der nächsten Sitzungen erneut einzuladen. Die Berichte werden seitens der Anwesenden zur Kenntnis genommen.

 

Herr Koglin bedankt sich beiden Patientenfürsprecherinnen für ihr Erscheinen und beendet den Tagesordnungspunkt.


 
 

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