Berlin stellt die „Gretchenfrage“ – Start eines KI-gestützten Checks zu den Berliner Wahlen am 20. September 2026

Pressemitteilung vom 26.08.2026

Berlin stärkt die Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation und digitale Einflussnahme im Umfeld der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026. Mit der „Gretchenfrage“ startet ein neues digitales Angebot, das Berlinerinnen und Berlinern direkt in sozialen Medien einen KI-gestützten Orientierungs-Check für verdächtige Inhalte bietet.

So funktioniert die „Gretchenfrage“: Wer auf Instagram, TikTok oder X auf ein Bild, Video oder eine Behauptung im Vorfeld der Berliner Wahlen stößt, kann den Beitrag mit nur zwei Klicks mit Gretchen_AI_Berlin auf Instagram (https://www.instagram.com/gretchen_ai_berlin/) teilen. Die KI untersucht Bilder und Videos zunächst auf Hinweise für synthetisch erzeugte oder manipulierte Inhalte. Anschließend werden enthaltene Behauptungen anhand belastbarer Quellen, offizieller Informationen und hochwertiger Faktenchecks eingeordnet und relevante Hintergründe aufbereitet.

Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: „Die Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Wahlentscheidung auf Grundlage verlässlicher Informationen treffen können. Desinformation und gezielte Einflussnahme wollen genau diese unabhängige Meinungsbildung der Berlinerinnen und Berliner mit manipulierten Aussagen beeinflussen. Mit der ‚Gretchenfrage‘ geben wir den Berlinerinnen und Berlinern ein modernes Werkzeug an die Hand, mit dem sie Inhalte schnell und unkompliziert prüfen können, um sich eine eigene Meinung zu bilden.“

Prof. Dr. Stephan Bröchler, Landeswahlleiter für Berlin: „Ich freue mich, dass es Berlin möglich gemacht hat, seinen Wählerinnen und Wählern für die kommende Wahl diese Lösung anzubieten. Das Tun zeigt das Wollen! Die Berlinerinnen und Berliner können sich so eine fundierte und faktenbasierte Meinung zu den Inhalten in den Sozialen Medien machen. Dabei ist mir besonders wichtig: Die KI trifft keine Entscheidung für die Menschen. Sie unterstützt sie dabei, sich selbst ein informiertes Bild zu machen. Vertrauen ist gut, Gretchen zu fragen ist aber manchmal besser!“

Die eingesetzte Technologie stammt aus der Berliner KI-Forschung. Das Team hinter Gretchen AI ist aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hervorgegangen und entwickelt seit mehreren Jahren Verfahren zur Erkennung und Einordnung synthetischer und manipulierter Medien. Dabei werden nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern ebenso die Grenzen heutiger KI-Systeme berücksichtigt.

Ergebnisse sollen nicht als unumstößliche Urteile präsentiert werden, sondern als nachvollziehbare Orientierung mit Quellen, Hinweisen und – wo erforderlich – transparent ausgewiesener Unsicherheit. Ziel ist ausdrücklich nicht, Nutzerinnen und Nutzern vorzugeben, was sie glauben oder wie sie politische Inhalte bewerten sollen. Die Gretchenfrage soll zusätzliche Informationen zugänglich machen, Unsicherheiten sichtbar aufzeigen und damit die eigenständige Meinungsbildung unterstützen.

Das Angebot soll Berlinerinnen und Berliner dabei unterstützen, digitale Inhalte bewusster zu betrachten, Manipulationsversuche früher zu erkennen und Quellen kritischer zu betrachten. Dabei geht es nicht darum, politische Debatten zu bewerten oder bestimmte Sichtweisen vorzugeben. Die Gretchenfrage soll vielmehr den Zugang zu relevanten Informationen erleichtern und Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich selbst ein möglichst informiertes Bild zu machen.

Die Gretchenfrage können Sie auf TikTok, Instagram und X stellen. Teilen Sie Ihren Inhalt einfach an Instagram Gretchen_AI_Berlin.

Weitere Informationen zu den Berliner Wahlen 2026 erhalten Sie auf der Internetseite des Landeswahlleiters für Berlin unter folgendem Link: https://www.berlin.de/wahlen/