07/2026-SDEROT – Resilienz als Innovationsmotor

11. Juli 2026: Eran Segel (2.v.l.) zusammen mit seiner Gemahlin (2.v.r.), DIG-Vorstandsmitglied Kathrin Koelle (1.v.r.) und Adi Kaslasy-Way, Vorstandsbeisitzerin des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V.

11. Juli 2026: Eran Segel (2.v.l.) zusammen mit seiner Gemahlin (2.v.r.), DIG-Vorstandsmitglied Kathrin Koelle (1.v.r.) und Adi Kaslasy-Way, Vorstandsbeisitzerin des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V.

Sderot / Juli 2026

Die Widerstandskraft der Bürgerinnen und Bürger von Sderot nach dem 7. Oktober 2023 ist beeindruckend. Wie die Stadt mit dieser extremen Krise umgegangen ist und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat, kann als Beispiel auch für deutsche Kommunen gelten. Resilienz fällt nicht vom Himmel – sie muss erarbeitet werden. Wie dies gelingen kann, erläuterte Eran Segel bei einem Vortrag mit anschließender Diskussion, der auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg (DIG) e.V. am 9. Juli 2026 im Ernst-Lemmer-Institut in Charlottenburg stattfand.

Die israelische Partnerstadt ist nicht erst seit dem 7. Oktober Ziel von Angriffen aus dem benachbarten Gazastreifen. Vielmehr besteht die permanente Bedrohung seit gut einem Vierteljahrhundert. Nur 15 Sekunden haben die Menschen Zeit, um sich nach einem Alarmsignal in Sicherheit zu bringen – ein Umstand, der in Deutschland kaum vorstellbar ist. Aus den traumatisierenden Erfahrungen heraus entstand das Resilience & Health Innovation Hub Sderot, dessen Mitbegründer Eran Segel ist. Die Idee dahinter: Resilienz als Innovationsmotor. Dabei deckt Resilienz nicht nur den Bereich der mentalen Gesundheit ab, sondern auch Zivil- und Katastrophenschutz, Krisenprävention, kommunale Zusammenarbeit und technologische Innovation.

24. April 2026: Israeltag der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V. auf dem Wittenbergplatz

24. April 2026: Israeltag der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V. auf dem Wittenbergplatz

11. Juli 2026: Eran Segel, Mitbegründer des Resilience & Health Innovation Hub Sderot, zusammen mit seiner Gattin (links) und DIG-Vorstandsmitglied Kathrin Koelle auf dem Sderotplatz

11. Juli 2026: Eran Segel, Mitbegründer des Resilience & Health Innovation Hub Sderot, zusammen mit seiner Gattin (links) und DIG-Vorstandsmitglied Kathrin Koelle auf dem Sderotplatz

Eran Segel hatte sich auf Einladung des Nahost Friedensforum (NAFFO) e.V. mehrere Tage in Berlin aufgehalten und unter anderem an einem von NAFFO ausgerichteten Parlamentarischen Frühstück teilgenommen. Die Gesprächsteilnehmer, darunter auch ein Vertreter der Bundeswehr, erhielten Einblicke in Erfahrungen, die auch für Deutschland und seinen Umgang mit krisenhaften Situationen von Bedeutung sein können. Schirmherr der Veranstaltung war der Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff MdB. Aus NAFFO-Perspektive hat sich Sderot zum „Geburtsort eines einzigartigen Innovationsökosystems“ entwickelt.

11. Juli 2026 Besuch des Sderotplatzes

Ein Besuch des nach der Partnerstadt benannten Sderotplatzes in Zehlendorf gehört für jeden Gast aus Sderot zum Pflichtprogramm. Am 11. Juli 2026 begleiteten DIG-Vorstandmitglied Kathrin Koelle, das Vereinsmitglied Jan Kutscher sowie Adi Kaslasy-Way Eran Segel und seine Gemahlin zum aus diesem Anlass mit frischen Blumen geschmückten Platzschild.

Adi Kaslasy-Way stammt selbst aus Sderot und gehört seit 25. März 2026 dem Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. an.

8. Juli 2026: Die für Bildung, Kultur und Sport zuständige Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandij (2.v.l.) empfängt die Lyrikerin und Schriftstellerin Adi Kaslasy-Way, BVV-Vorsteher René Rögner-Francke (1.v.r.) und den Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V., Sebastian Leskien

8. Juli 2026: Die für Bildung, Kultur und Sport zuständige Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandij (2.v.l.) empfängt die Lyrikerin und Schriftstellerin Adi Kaslasy-Way, BVV-Vorsteher René Rögner-Francke (1.v.r.) und den Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V., Sebastian Leskien

Bereits am 8. Juli 2026 hatte sich die israelische Schriftstellerin und Lyrikerin mit Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandij im Rathaus Steglitz zu einer Unterredung getroffen. An diesem Gespräch nahmen auch BVV-Vorsteher René Rögner-Francke und der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Sebastian Leskien, teil. Frau Kaslasy-Way schilderte, wie das Leben in Sderot ihre Kindheit geprägt hat. Weitere Themen waren das jüdische Leben in Deutschland und Israel sowie die Terrorangriffe vom 7. Oktober 2023 und ihre Folgen für die Menschen in Israel. In Zeiten zunehmenden Antisemitismus seien solche persönlichen Begegnungen wichtig, bilanzierte die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport. „Sie fördern Verständnis, stärken unsere Städtepartnerschaft und leisten einen wertvollen Beitrag zu Erinnerungskultur und gegenseitigem Respekt“, fügte sie hinzu. Erst am 12. Juni 2026 hatte sich Malgorzata Sijbrandij mit zwei Rabbinern der Berliner Chabad-Gemeinde ausgetauscht und damit ebenso ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub