Oktober 2026
Am 7. Oktober 2026 gedenken der Bezirk Steglitz-Zehlendorf, das Land Berlin, die Bundesrepublik Deutschland, ja, die ganze Welt der terroristischen Attacken vom 7. Oktober 2023 auf friedlich feiernde Menschen in Israel.
Wie viel Erinnerung braucht eine Gesellschaft, um Antisemitismus wirksam entgegenzutreten? Am Vorabend des Gedenktages geht der Historiker und Experte für Erinnerungskultur Jacob Eder dieser Frage in der Zehlendorfer Gottfried-Benn-Bibliothek nach. Seine Lesung „Jenseits der Staatsräson – Erinnerung, Antisemitismus und der Nahostkonflikt in Deutschland“ setzt bei einer Beobachtung an, die spätestens seit dem 7. Oktober 2023 nicht mehr zu übersehen ist: Antisemitismus feiert in Deutschland ein unerwünschtes Comeback in Wort und Tat.
Eder fragt, wie es dazu kommen konnte, obwohl die Erinnerung an den Holocaust institutionell fest verankert ist. Seine These: Deutschland habe sich in der Rolle des „Holocaust-Erinnerungsweltmeisters“ gemütlich eingerichtet. Gedenktage und ritualisierte Formen des Erinnerns allein reichten nicht aus. Eine zeitgemäße Erinnerungskultur müsse sich stärker mit gesellschaftlichen Veränderungen und internationalen Perspektiven auseinandersetzen – auch mit dem Nahostkonflikt. Schließlich habe sich die Gesellschaft mit zunehmendem zeitlichem Abstand zum Holocaust demographisch und kulturell verändert.
Bei freiem Eintritt lädt die Bibliothek alle Interessierten am 6. Oktober 2026 um 19 Uhr ein und bittet um Voranmeldung unter Tel. (030) 90 299 5458 oder event-bibliothek@ba-sz.berlin.de .