04/2026-BAD GODESBERG – Karnevaleske Mini-Trinkkur an der Heilquelle

28. April 2026: Darauf ein Gläschen Heilwasser - Maria Küther und Christian Urlaub

28. April 2026: Darauf ein Gläschen Heilwasser - Maria Küther und Christian Urlaub

Bad Godesberg / April 2026

Seit 1963 wird jedes Jahr am letzten Aprilsonntag der „Welttag der Partnerstädte“ begangen. Im Jahr 2026 fiel dieser Tag, an dem die Bedeutung von Völkerverständigung, Frieden, Demokratie und internationaler Solidarität hervorgehoben wird, auf den 26. April. Städtepartnerschaften werden überwiegend auf internationaler Ebene geschlossen, aber durchaus auch mit Kommunen im Inland. Menschen aus Steglitz-Zehlendorf müssen gar nicht so weit reisen, wenn sie eine deutsche Partnerstadt besuchen möchten: nach Königs Wusterhausen zum Beispiel, nach Hann. Münden, Hagen (Westfalen), Lüchow (Wendland), Nentershausen (Hessen) – oder an den Rhein nach Bad Godesberg.

Es war Zufall, dass sich der Beauftragte des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf für Partnerschaften, Christian Urlaub, im Windschatten des Welttags auf den Weg in den Bonner Stadtbezirk gemacht hat. Am 28. April 2026 stattete er seiner für Städtepartnerschaften zuständigen Kollegin der Bezirksverwaltungsstelle, Maria Küther, einen Besuch ab.

Godesberger Heilwässer - frisch von der Draitschquelle und der Kurfürstenquelle

Godesberger Heilwässer - frisch von der Draitschquelle und der Kurfürstenquelle

Quellfrische Stärkung im Trinkpavillon

Nicht jeden Tag hat man Gelegenheit, gesundes Wasser aus einer Heilquelle zu verkosten. Vor genau 100 Jahren, 1926, wurde Godesberg mit dem Titel „Bad“ geadelt. Dies geschah nicht beiläufig oder zufällig: Seine Heilquellen machten den Ort einst zum Anziehungspunkt für Kurgäste. Die Draitschquelle und die Kurfürstenquelle sprudeln bis heute mit mineralstoffreichem Wasser, das leicht säuerlich, prickelnd und unverfälscht schmeckt – nach dem ersten Schluck noch leicht gewöhnungsbedürftig, aber spätestens der zweite überzeugt mit authentischem Charakter. Eine Kostprobe im Trinkpavillon ist damit eine Mini-Trinkkur, die historischen Charme gleich mitliefert. Deshalb empfand Urlaub den Quellen-Abstecher als atmosphärischen Höhepunkt seiner Godesberg-Visite – und ließ sich gleich eine Flasche als Mitbringsel abfüllen. Natürlich nicht, ohne vorher mit Maria Küther auf eine gedeihliche städtepartnerschaftliche Zukunft anzustoßen.

Ausgeschenkt und abgefüllt: Bad Godesberger Heilwasser

Ausgeschenkt und abgefüllt: Bad Godesberger Heilwasser

Ganz nebenbei outete sich Maria Küther als eine Art „Heilquellenbeauftragte“ von Bad Godesberg. Eine ehrenvolle Zusatzaufgabe, die gerade im Jubiläumsjahr ihre besondere Bedeutung entfaltet. Am 1. Oktober 2026 jährt sich zum 100. Mal der Tag, seitdem Godesberg den Titel „Bad“ urkundenfest trägt. Der Kurfürst und Erzbischof von Köln, Maximilian Franz von Österreich (Amtszeit 1784-1801), hatte 1790 bis 1792 den Draitschbrunnen einfassen und den Kurpark anlegen lassen. Damit war die Entwicklung zum Heilbad vorgezeichnet.

Hier wird Durstlöschen zum Vergnügen: Trinkpavillon Bad Godesberg

Hier wird Durstlöschen zum Vergnügen: Trinkpavillon Bad Godesberg

Kurfürstlicher Mineralbrunnen Draitsch

Kurfürstlicher Mineralbrunnen Draitsch

28. April 2026: Ein Jodesbercher Jeck

28. April 2026: Ein Jodesbercher Jeck

Karnevals-Wanderausstellung „200 jecke Johr en Bonn“

Wer nach Bad Godesberg reist, kommt am allgegenwärtigen Karneval kaum vorbei. Und dies nicht nur während der Session, sondern zum Beispiel auch an einem beliebigen Tag Ende April. Gesagt, getan: Christian Urlaub ließ sich nicht zweimal bitten, die in einem mobilen Ausstellungscontainer präsentierten rund 30 Exponate zur kulturellen Bedeutung, Historie und Gegenwart der fünften Jahreszeit zu bewundern. Unter dem Motto „Loss mer fiere. 200 jecke Johr en Bonn“ wurde das 200. Jubiläum der 1826 gegründeten „Bönnischen Carnevals-Gesellschaft“ mit einer Wanderausstellung gefeiert.

28. April 2026: Wie feiern Sie Karneval? - Hier schlägt die Stunde der närrischen Wahrheit ...

28. April 2026: Wie feiern Sie Karneval? - Hier schlägt die Stunde der närrischen Wahrheit ...

Einen besonderen Reiz hatten die interaktiven Angebote: So konnte jeder unter dem Motto „Besse jeck“ spielerisch erfahren, wo er sich selbst im Karneval verortet. Berliner schneiden bei Fragen wie „Fangen Sie Kamelle?“ erfahrungsgemäß eher bescheiden ab. Ähnlich verhält es sich bei der verräterischen Frage „Wie feiern Sie Karneval?“. Die Bandbreite der von Besuchern handschriftlich gegebenen Antworten reicht vom nüchternen „gar nicht“ oder „Hauptsache BUNT und offenherzig“ bis zum nicht mehr steigerbaren „fett saufen“.

28. April 2028: Karnevalsausstellung in Bad Godesberg - Die Frage nach der karnevalistischen Selbstverortung

28. April 2028: Karnevalsausstellung in Bad Godesberg - Die Frage nach der karnevalistischen Selbstverortung

Tatsächlich war Urlaubs Visite in Godesberg allerhöchste Eisenbahn, um noch rechtzeitig die Karnevalsausstellung zu besuchen. Denn am 28. April schloss die seit 14. Februar 2026 auf dem Theaterplatz gezeigte Ausstellung ihre Pforten. Sie war am 7. Januar 2026 durch Bonns Oberbürgermeister Guido Déus eröffnet worden, um danach einer Karawane gleich durch alle vier Bezirke der Bundesstadt Bonn zu ziehen.

Wer noch Lust hat, etwas über die Kulturgeschichte des Bonner Karnevals zu lernen und sich vom Zauber der fünften Jahreszeit anstecken zu lassen, hat dazu noch reichlich Gelegenheit: ab 14. Juli bis 17. September 2026 am Rheinufer in Beuel (gegenüber Rheinlust) oder vom 23. September bis 10. Oktober 2026 am Remigiusplatz in Bonn.

28. April 2026: Aufeinandertreffen zweier Partnerschaftsbeauftragter: Maria Küther (Bad Godesberg) und Christian Urlaub (Steglitz-Zehlendorf)

28. April 2026: Aufeinandertreffen zweier Partnerschaftsbeauftragter: Maria Küther (Bad Godesberg) und Christian Urlaub (Steglitz-Zehlendorf)

Tollitäten des Karnevals gekürt

Eine Woche vor dem Godesberg-Besuch des Steglitz-Zehlendorfer Partnerschaftsbeauftragten stand fest, welche im Karnevalssprech „Tollitäten“ genannte Prinzenpaare die Session 2026/27 prägen werden. Die närrische (jecke) Regentschaft übernehmen demnach Max Hatwiger als Prinz Max I. und seine Godesia (Godesberger Karnevalsprinzessin) Lea Schwingen. Sie wurden am 21. April 2026 von Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz offiziell vorgestellt. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, mussten sie sogar einen Vertrag für ihr zukünftiges Amt unterzeichnen. Am 29. April 2026 folgte die öffentlichkeitswirksame Vorstellung des Godesberger Kinderprinzenpaares: Kinderprinz Simon Caspary und Kindergodesia Christina Nussbaum.

„Mit der Vorstellung aller Tollitäten sind die personellen Weichen für eine festliche und traditionsreiche Karnevalssession 2026/27 in Bad Godesberg gestellt“, verkündete die Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg am 4. Mai 2026. Als diesjähriges Motto wurde – wie sonnig und passend – „100 Jahre Bad am Rhing – Jodesberch im Sunnesching“ gewählt.

Seine munter sprudelnden Heilquellen und die Heiterkeit des Karnevals sind zwei Säulen, die Bad Godesberg unverwechselbar machen. Schon diese beiden Besonderheiten lohnen eine Reise ins Rheinland. Wer aus Steglitz-Zehlendorf nach Bad Godesberg fährt, leistet einen Beitrag zur Pflege unserer gewachsenen kommunalen Partnerschaft. 2026, im Jahr eines Doppeljubiläums, ist dazu eine gute Gelegenheit: 200 Jahre Karneval in Bonn, 100 Jahre Erhebung zum „Bad“.

„Der Tag der Städtepartnerschaften erinnert uns daran, wie wichtig diese Verbindungen sind – und er ist zugleich Ansporn, sie auch in Zukunft aktiv zu gestalten und weiter zu vertiefen“, schreibt der Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf e.V. auf seiner Webseite.

Das Bezirksamt teilt diese Einschätzung ausdrücklich und wird auch künftig dazu beitragen, die Partnerschaften lebendig zu halten.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub