Mit Stand 2023 gilt rund ein Fünftel der Berliner:innen als armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Kinder, Alleinerziehende, Geringqualifizierte und Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Auffällig ist die räumlich ungleiche Verteilung von Armut: Die Bezirke Neukölln (26,3 %) und Mitte (23,1 %) verzeichnen besonders hohe Anteile an armutsgefährdeten Menschen.
Der Anteil an Leistungsempfangenden von Mindestsicherungsleistungen hingegen ist in Berlin leicht zurückgegangen, liegt jedoch nach wie vor deutlich über dem Wert für Deutschland (rund 15 vs. rund 9 %). Die Mindestsicherungsquote ist aufgrund verdeckter Armut wahrscheinlich höher, weil nicht alle Anspruchsberechtigten staatliche Transferleistungen in Anspruch nehmen – z. B. aus Scham oder Unkenntnis.
Armut im Alter betrifft rund sieben Prozent der Berliner Bevölkerung im Rentenalter, zudem ist sie leicht gestiegen und liegt um fast das Doppelte über dem Wert für Deutschland (rund 4 %). Die Daten legen zudem nahe, dass eher Frauen als Männer von Altersarmut betroffen sind – als Folge z. B. einer geringeren Erwerbstätigenquote, verstärkter Teilzeitbeschäftigung sowie durch geringere Löhne.
Trotz rückläufiger Tendenz ist die Kinderarmut im Land Berlin im Vergleich zu Deutschland relativ hoch: Etwa jedes vierte Kind unter 15 Jahren lebt 2023 in Berlin in einem auf Grundsicherung nach SGB II angewiesenen Haushalt (Deutschland 14 %). Ähnlich wie bei Altersarmut zeigt sich eine stark ungleiche sozialräumliche Verteilung in der Stadt: In einigen Quartieren Neuköllns gilt mehr als jedes zweite Kind statistisch als arm.