„Wohnraum für Geflüchtete – Beratung und gemeinschaftliche Wohnprojekte“ ist ein von der für Soziales zuständigen Senatsverwaltung gefördertes Modellprojekt. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung und dem Erhalt von Wohnraum für besonders schutzbedürftige Geflüchtete. Das Projekt vermittelt bis zu 35 Wohnungen pro Jahr an die Zielgruppe. Träger des Projekts ist XENION – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V.
XENION verfolgt in der Wohnraumakquise einen Ansatz, der in Berlin noch eine Ausnahme ist. So hat XENION bei der Stiftung trias den Stiftungsfonds „Ankommen und Bleiben“ aufgelegt. Hieraus konnten Genossenschaftseinlagen in Höhe von 540.000 Euro finanziert werden, mit denen langfristige Belegungsrechte für 16 Wohnungen gesichert wurden.
Die Arbeit von XENION zeichnet sich durch eine besonders gute Vernetzung mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten aus. Es gab erfolgreiche Kooperationen bei Neubauprojekten der Genossenschaften GSP eG, Eine für Alle eG, Selbstbaugenossenschaft Berlin eG, BeGeno16 eG, der Wohnkunst in Biesenthal eG, dem Hausverein Kumi*13 e. V. und dem Lichtenrader Revier. Diese beinhalteten auch die Begleitung von Community-Building-Prozessen. Hier konnten Geflüchtete andere künftige Bewohnende vor Einzug kennenlernen, die Bauplanung mitgestalten und auf diese Weise Teilhabe und Selbstwirksamkeit erfahren. Diese positiven Erfahrungen sollen auf künftige Kooperationen übertragen werden.
Die Beteiligung an Genossenschaften und/oder der Erwerb von Belegungsrechten geben neue Impulse und erschließen einen bisher noch nicht etablierten Weg zur Akquise von Wohnraum.
Das Projekt arbeitet zudem mit (landeseigenen) Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und privaten Vermietenden in ganz Berlin zusammen, um Wohnraum für die Bedarfsgruppe zu akquirieren.
Eine wichtige Rolle für den Erfolg des Projekts spielt neben der Beratung zur Wohnungssuche, der Wohnraumakquise und Wohnungsvermittlung auch die Beratung zum Wohnungserhalt – für Geflüchtete und Vermietende. So kann nachhaltig Teilhabe auf dem Wohnungsmarkt gewährleistet werden.
Das Projekt hat bereits:
- mehr als 2.800 Beratungen für Geflüchtete angeboten,
- mehr als 170 Vermietende unterstützt,
- über 250 neue Wohnungen an Geflüchtete und ihre Familien vermittelt,
- eine Vielzahl von Mietverhältnissen gerettet,
- zahlreiche gemeinschaftliche und genossenschaftliche (Neubau-)Projekte umgesetzt und
- über 750.000 Euro zur Realisierung von Wohnungen für Geflüchtete eingeworben.