Angebote speziell für wohnungslose EU-Bürgerinnen und EU-Bürger

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EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in prekären Lebenslagen sind einem erhöhten Risiko von Wohnungs- und Obdachlosigkeit ausgesetzt. Da arbeitsuchende oder nicht-erwerbstätige EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in den ersten Jahren ihres Aufenthalts in Deutschland nur einen eingeschränkten Zugang zur Grundsicherung nach SGB II und Sozialhilfe nach SGB XII haben, können sie schnell in Wohnungsnotfallsituationen geraten und Abwärtsspiralen einsetzen.
Berlin hält daher Angebote speziell für wohnungslose EU-Bürgerinnen und EU-Bürger bereit, um deren besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden. Sie berücksichtigen deren spezifischen Lebenssituationen.

Beratung

Frostschutzengel

Das Projekt Frostschutzengel bietet aufsuchende, mehrsprachige Sozialberatung und Unterstützung in Angeboten und Diensten der niedrigschwelligen Wohnungslosenhilfe.

мост – Berliner Brücke zur Teilhabe

Das Projekt мост bietet aufsuchende muttersprachliche Sozialberatung in den Einrichtungen der niedrigschwelligen Wohnungslosenhilfe Berlins an.
Das Angebot richtet sich an Personen, die obdach- oder wohnungslos sind und keinen Zugang zum Regelsystem (SGB II, SGB XII, ordnungsrechtliche Unterbringung) haben. Die Beratungen werden in Bulgarisch, Rumänisch, Russisch, Polnisch, Englisch und Deutsch angeboten. Schwerpunkt der Beratung ist die Vermittlung und Begleitung in bereits bestehende Angebote des Regelsystems.

TRIA Aufsuchende mehrsprachige Beratung für wohnungslose EU-Bürger:innen

TRIA bietet aufsuchende mehrsprachige Beratung für wohnungslose EU-Bürger:innen in den Bereichen existenzsichernde Leistungen, Unterbringung und gesundheitliche Versorgung. Zielgruppe sind wohnungslose EU-Bürger:innen insbesondere aus Ost-/Südosteuropa. Die Beratung erfolgt in englisch, polnisch, bulgarisch, rumänisch und russisch.

  • TRIA Aufsuchende mehrsprachige Beratung für wohnungslose EU-Bürger:innen
    Träger: Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V.
    Levetzowstraße 12a
    10555 Berlin
    Telefon: +49 177 6820854
    E-Mail: tria@caritas-berlin.de
    https://triaberlin.de

Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot und sozialen Schwierigkeiten von Klik e. V.

Die Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot und sozialen Schwierigkeiten von Klik e. V. richtet sich an wohnungslose EU-Binnenmigrant*innen. Klik e. V. bietet Beratung auf Deutsch, Englisch,
Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch an.

BEMA Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit

Die BEMA unterstützt eingewanderte Menschen und mobile Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in prekären Lebens- und Arbeitssituationen dabei, ihre Arbeits- und Sozialrechte wahrzunehmen – durch Beratung, Bildung und Sensibilisierung.

  • BEMA Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit
    Träger: ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg DGB/VHS e. V.
    Lorenzweg 5
    12099 Berlin
    Telefon: (030) 513019272
    www.bema.berlin

Berliner Beratungsnetz für Zugewanderte

Das „Berliner Beratungsnetz für Zugewanderte“ ist eine Online-Datenbank mit Beratungsangeboten für zugewanderte Menschen. Die Datenbank umfasst Angebote in verschiedenen Themenfeldern und Bereichen der Beratung.

www.beratungsnetz-migration.de

Ordnungsrechtliche Unterbringung

Die Berliner Bezirke sind rechtlich verpflichtet, Menschen unterzubringen, wenn Sie unfreiwillig obdachlos werden (sogenannte ordnungsrechtliche Unterbringung).

EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die obdachlos sind oder denen die Obdachlosigkeit droht und diesen Umstand nicht aus eigenen Kräften und Mitteln in zumutbarer Weise und Zeit abwenden können, haben – unabhängig von dem Bestehen eines Anspruchs auf Überbrückungsleistungen nach § 23 Abs. 3 SGB XII (mit oder ohne Vorliegen eines Härtefalls) oder sonstiger sozialhilferechtlicher Ansprüche – einen ordnungsrechtlichen Unterbringungsanspruch nach dem Allgemeines Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Berlin (Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz – ASOG Bln).
Auf eine Rückkehroption in das Herkunftsland kommt es nicht an.

Die bezirklichen Fachstellen Soziale Wohnhilfe sind für Sie da und unterstützen Sie, wenn Sie ihre Wohnung verlieren könnten oder bereits verloren haben. Weitere Informationen

Housing First für Unionsbürger-Familien mit Kindern

Bei Nos Domum – Housing First für Unionsbürger-Familien mit Kindern in Berlin erhalten obdach- oder wohnungslose Unionsbürger-Familien mit Kindern schnellstmöglich eigenen Wohnraum mit eigenem Mietvertrag. Gleichzeitig erhalten sie ein mehrsprachiges, verlässliches Beratungsangebot von einem multiprofessionellen Team.

  • Nos Domum – Housing First für Unionsbürger-Familien mit Kindern
    Träger: Phinove e. V.
    Bornholmer Straße 77
    10439 Berlin
    Telefon: (030) 20951709
    E-Mail: nosdomum@phinove.org
    http://phinove.org

Alle anderen Housing First-Projekte in Berlin richten sich an erwachsene wohnungslose Menschen. Entsprechend ihrer jahrelangen Expertise in der Versorgung von Menschen mit spezieller Vulnerabilität setzen einige Projekte hierbei entsprechende Schwerpunkte. Weitere Informationen

24/7-Unterkunft für obdachlose Frauen

24/7-Unterkünfte bieten längerfristige Unterbringung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Bedingungslose Aufnahme für Frauen ab 18 Jahren in Einzelzimmern mit anliegendem Bad und regelmäßigen Mahlzeiten.

Notübernachtungen (ganzjährig)

Die ganzjährigen Notübernachtungen bieten eine schnelle unbürokratische Notversorgung und einen leichten Zugang zum Hilfesystem. Sie können unbürokratisch, anonym und ohne besondere Zugangsvoraussetzungen in Anspruch genommen werden. Zur Übersicht der ganzjährigen Notübernachtungen

Notübernachtungen der Berliner Kältehilfe (saisonal von Oktober bis April)

Die saisonalen Notübernachtungen der Berliner Kältehilfe bieten in der kalten Jahreszeit von Oktober bis April einen Erfrierungsschutz unter einfachen Bedingungen für die Nacht. Sie bieten eine schnelle unbürokratische Notversorgung und einen leichten Zugang zum Hilfesystem. Sie können unbürokratisch, anonym und ohne besondere Zugangsvoraussetzungen in Anspruch genommen werden.

Die Kältehilfeangebote können dem mehrsprachigen Kältehilfewegweiser auf der Website der Berliner Kältehilfe oder der Kältehilfe-App entnommen werden.

www.kaeltehilfe-berlin.de

Vorübergehende Unterkunft für Familie mit Kindern – Nostel

Die Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration fördert im Rahmen des „Aktionsplans zur Einbeziehung ausländischer Roma“ das Projekt „Vorübergehende Unterkunft für Familie mit Kindern – Nostel“. Das “Nostel” richtet sich an wohnungslose Unionsbürger-Familien mit minderjährigen Kindern, die noch keine Leistungen nach dem SGB II/XII beziehen. An eine vorübergehende Unterbringung in einer Not-Wohnung ist eine engmaschige Betreuung angebunden, die eine Stabilisierung der sozialen, ökonomischen und familiären Lebenslagen der Familien zum Ziel hat. Es werden Leistungsansprüche nach dem SGB II und/oder XII geklärt und ggf. eingefordert sowie die Familien an die Regelinstitutionen angebunden.

Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen

Arztambulanzen zur medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen

Die Senatssozialverwaltung fördert im Rahmen des Integrierten Sozialprogramms (ISP) niedrigschwellige Arztambulanzen zur medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen, die anonym und ohne bestehende Krankenversicherung aufgesucht werden können.

Darüber hinaus gibt es weitere medizinische Angebote für wohnungslose Menschen, die rein spendenfinanziert sind und auf privatem Engagement beruhen. Weitere Angebote auf der Website des Runden Tisches zur medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung

Clearingstelle für nicht krankenversicherte Menschen

Die Clearingstelle richtet sich an Menschen, die nicht krankenversichert sind, und hilft denjenigen dabei, in eine Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Sie wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege finanziert. Weitere Informationen

Krankenwohnung für Wohnungslose

Die Krankenwohnung der Caritas ist ein Angebot für wohnungslose Menschen, die nach einer Krankheit Ruhe zum Auskurieren brauchen. Viele sind nicht krankenversichert oder haben einen ungeklärten Versicherungsstatus. Es gibt 20 Plätze, fünf davon für Patient:innen mit Palliativbedarf. Sie wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege finanziert.