08/2026-SDEROT – Adi Kaslasy-Way startet Interviewreihe mit Betroffenen des 7. Oktober

Adi Kaslasy-Way, aus Sderot stammende Schriftstellerin und Vorstandsmitglied des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V.

Adi Kaslasy-Way, aus Sderot stammende Schriftstellerin und Vorstandsmitglied des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V.

Sderot / August 2026

Im Vorfeld des dritten Jahrestags des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 veröffentlicht das Magazin Cicero eine Interviewreihe, in der Betroffene zu Wort kommen. Zweifellos markiert der 7. Oktober einen tiefen Einschnitt in Israel – ja, eine Zeitenwende. Die Interviews führt Adi Kaslasy-Way, eine in Berlin lebende israelische Schriftstellerin. Sie stammt aus unserer Partnerstadt Sderot und gehört als Beisitzerin dem Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. an. 2023 erschien ihr Erstlingsroman „Bisdot Chita“ (In den Weizenfeldern). Darin erzählt die Autorin von Heimat und Verletzlichkeit, von den Spuren, die Gewalt im persönlichen Leben hinterlässt, und von der Frage, wie Menschen in Israel mit traumatischen Erfahrungen weiterleben können.

„In den Interviews schildern eine Überlebende des Nova-Festivals, Überlebende aus den Kibbuzim, Angehörige der Ermordeten und der Geiseln sowie Polizeibeamte ihre Erlebnisse an jenem Tag und ihr Leben nach dem 7. Oktober“, fasst der Städtepartnerschaftsverein den Hintergrund der Cicero-Reihe zusammen.

Das erste von sieben Interviews führte Adi Kaslasy-Way mit der Musikerin Anita Conforty, die das Massaker auf dem Nova-Festival nur knapp überlebte. „Mein ganzer Körper schrie danach, dass ich fliehen musste“, ist es überschrieben. In dem Gespräch berichtet sie von ihrer Flucht vor den Terroristen, den traumatischen Erlebnissen und dem Versuch, nicht dem Hass zu verfallen. Conforty wuchs im Kosovo auf. Während des Kosovo-Krieges verließ die junge Frau mit ihrer Familie das Land und ließ sich in Israel nieder. Dort studierte sie Musik und wurde Teil der Trance- und Festivalszene. In ihrer Erzählung schildert sie nicht nur die Angst und das Gefühl, am 7. Oktober nicht ausreichend geschützt worden zu sein, sondern auch ihren Weg zurück ins Leben. Gerade weil sie selbst Gewalt erfahren hat, wirbt sie für Empathie, Zuhören und ein friedliches Zusammenleben: „Ich habe so viel Dunkelheit und Grausamkeit gesehen, dass ich versuche, mich daran zu erinnern, dass es immer noch Gutes auf der Welt gibt“.

Das komplette Gespräch – veröffentlicht am 27. August 2026 – können Sie hier nachlesen. Sämtliche Interviewpartner sind der Schriftstellerin persönlich bekannt – Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte. Es sind Überlebende, Angehörige von Entführten und Ermordeten und Polizisten, die Menschenleben retteten und bei der Identifizierung von Leichen halfen.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub