Ankommen statt abhaken: Berliner Südwesten setzt auf nachhaltigen Tourismus

Pressemitteilung vom 28.09.2026

Der 36. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest am 22.09.2026 im Schloss Glienicke diskutiert über Qualität, regionale Identität und nachhaltige Entwicklung

Wie kann sich der Tourismus in Steglitz-Zehlendorf nachhaltig entwickeln, ohne die Besonderheiten des Bezirks zu gefährden? Und wie kann aus einem Besuch ein authentisches Erlebnis werden, das zugleich den Menschen vor Ort zugutekommt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 36. RegioTalks des Regionalinkubators Berlin Südwest.

Nach einer Führung durch das Schloss Glienicke begrüßte Juri Effenberg, Projektleiter des Regionalinkubators Berlin Südwest, und Andreas Woche, Bereichsleiter Schloss Glienicke und Pfaueninsel bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Gäste.

Qualität statt „höher, schneller, weiter“

Anette Seidel, Senior Consultant bei der mascontour GmbH, plädierte für einen Perspektivwechsel in der Bewertung touristischer Entwicklung: „Wir sehen oft nur die Quantitäten, wollen höher, schneller, weiter und immer mehr. Aber wir müssen uns stärker der Qualität widmen“. Entscheidend sei nicht allein die Zahl der Besucherinnen und Besucher, sondern auch, welche Wirkung Tourismus auf Menschen, Natur und Kultur habe. Nachhaltiger Tourismus müsse ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammenbringen.

Auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort müsse dabei im Blick bleiben. „Wir brauchen Lebensqualität für Gäste und für die Menschen vor Ort!“, betonte Seidel. Zugleich verändern Klimawandel und weitere Rahmenbedingungen die Anforderungen an touristische Angebote und machen eine langfristig resiliente Entwicklung notwendig.

Tourismus als Teil des Lebensraums

Professor Dr. Frank Schaal, Geschäftsführer des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Deutschland e. V., stellte die Verbindung von touristischen Angeboten, Infrastruktur und den Lebensräumen der Menschen heraus. „Wenn wir über Tourismus reden, reden wir von Lebensräumen, von komplexen, vernetzten Systemen und von unterschiedlichsten Belangen, die wir alle im Blick haben müssen“, so Schaal.

Eine Herausforderung bestehe dabei darin, touristische Entwicklung und die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner miteinander zu verbinden. Schaal sprach sich unter anderem dafür aus, den Tourismus stärker in die Kieze zu lenken, die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner zu sichern und nachhaltige Angebote zu fördern.

Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar machen

Wie nachhaltige Entwicklung praktisch umgesetzt werden kann, zeigte Steffen Otte, Vorstand und Direktor der Domäne Dahlem. Die Einrichtung verbinde nachhaltige Landwirtschaft, Kultur und Bildung und widme sich seit 50 Jahren dem Erhalt von Kulturlandschaft und Biodiversität. Rund 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher kämen aus Berlin, etwa ein Viertel davon aus Steglitz-Zehlendorf.

Auch bei Mobilität und Gastronomie werde Nachhaltigkeit konkret umgesetzt. Die Domäne setze auf die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad und verfolge in der Gastronomie das Prinzip „Vom Acker auf den Teller“. Dabei stehe regionale Wertschöpfung im Mittelpunkt.

Authentizität als Stärke des Berliner Südwestens

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass nachhaltiger Tourismus eine gemeinsame Aufgabe verschiedener Akteure ist. Unternehmen, Organisationen, Vereine und Verwaltung müssen zusammenwirken und Nachhaltigkeit strategisch verankern. Gleichzeitig bietet der Berliner Südwesten mit seinen grünen Orten, historischen Anlagen und authentischen Angeboten besondere Voraussetzungen für eine eigene touristische Positionierung.

Professor Dr. Schaal bezeichnete Schloss Glienicke und seine Umgebung als einen „Hidden Champion“ und betonte: „Authentizität im Tourismus ist wichtig“. Steffen Otte brachte eine weitere Perspektive ein: „Orte in Berlin Südwest sind grüne Orte. Diese Karte sollte stärker gespielt werden.“

Die zahlreichen Fragen und Meinungsäußerungen aus dem Publikum sowie die Gespräche beim anschließenden Get-together unterstrichen das große Interesse an der weiteren Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in Steglitz-Zehlendorf.

  • Andreas Woche, Bereichsleiter Schloss Glienicke und Pfaueninsel bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, führt die Gäste durch das Schloss Glienicke

    Andreas Woche, Bereichsleiter Schloss Glienicke und Pfaueninsel bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, führt die Gäste durch das Schloss Glienicke

  • (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frank Schaal (Bundesverband für Campingwirtschaft e.V.), Anette Seidel (Mascontour GmbH), Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest), Steffen Otte (Domäne Dahlem) und Andreas Woche (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)

    (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frank Schaal (Bundesverband für Campingwirtschaft e.V.), Anette Seidel (Mascontour GmbH), Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest), Steffen Otte (Domäne Dahlem) und Andreas Woche (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)

  • (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frank Schaal (Bundesverband für Campingwirtschaft e.V.), Anette Seidel (Mascontour GmbH), Steffen Otte (Domäne Dahlem) und Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest)

    (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frank Schaal (Bundesverband für Campingwirtschaft e.V.), Anette Seidel (Mascontour GmbH), Steffen Otte (Domäne Dahlem) und Juri Effenberg (Regionalinkubator Berlin Südwest)

  • Eindrücke des 36. RegioTalk vom Rgionalinkubator Berlin Südwest

    Eindrücke 36. RegioTalk des Rgionalinkubators Berlin Südwest

  • Eindrücke des 36. RegioTalk vom Rgionalinkubator Berlin Südwest

    Eindrücke 36. RegioTalk des Rgionalinkubators Berlin Südwest