Corona-Informationen

In den Berliner Schulen besteht bis einschließlich 3. Oktober 2021 in geschlossenen Räumen die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske. Es gilt die Präsenzpflicht. Die Kitas befinden sich im Regelbetrieb mit vollem Betreuungsumfang.

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Schulhotline +49 30 90227-6000 (Mo-Fr, 9-13 Uhr) | E-Mail: corona-schulbetrieb@senbjf.berlin.de

Aktuelle Sprache: Deutsch

Kinderschutz

Kind sitzt weinend auf den Boden

Kinder müssen sich gesund entwickeln können, benötigen Fürsorge und Schutz. Die Eltern sind für Pflege und Erziehung ihrer Kinder verantwortlich und müssen dafür sorgen, dass ihre Grundrechte gewahrt werden. Die staatliche Gemeinschaft wacht darüber, dass sie dieser Aufgabe ausreichend nachkommen.

Angebote der Jugendhilfe und des Kinderschutzes laufen weiter

Die Hilfen zur Erziehung, in ambulanter Form, aufsuchend oder an einem festen Ort erbracht, sind nicht beendet. Trotz der aktuellen Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise halten Träger der Jugendhilfe durch alternative Beratungs- und Kontaktformen die Verbindung zu den betreuten Familien.

Hierzu gehören regelmäßige telefonische Kontakte, Videoberatungen oder die Nutzung anderer digitaler Medien. Bei Bedarf finden auch persönliche Einzelkontakte statt, unter Einhaltung der besonderen Hygiene- und Abstandsregeln. Notwendige Therapien werden unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen weitergeführt.

Für akute Notfälle sind die Krisendienste der Berliner Jugendämter zu erreichen.

Der Berliner Notdienst Kinderschutz ist rund um die Uhr (24 Stunden) erreichbar und an allen Tagen besetzt.

Wer sich Sorgen um ein Kind macht, kann sich weiterhin an die Hotline Kinderschutz unter Telefon +49 30 610066 wenden.

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Wenn es Eltern nicht gelingt, Ihre Erziehungspflicht zu erfüllen, sorgen die staatlichen Stellen dafür, dass die Kinder vor Vernachlässigung und Misshandlung geschützt werden. Jeder Erwachsene, der sich Sorgen um das Wohl eines Kindes macht, sollte im Interesse des Kindes die staatliche Jugendhilfe informieren. Wenn konkrete Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, ist das Jugendamt berechtigt und sogar verpflichtet, die Lebenssituation betroffener junger Menschen zu prüfen und entsprechend zu handeln.

Aus diesem Schutzauftrag ergeben sich für das Jugendamt zwei Aufgaben:

  1. Die Erziehungsverantwortung der Eltern stärken und unterstützen – zum Beispiel durch Beratung, Förderung und Hilfen zur Erziehung.
  2. Zum Schutz des Kindes Maßnahmen treffen (Intervention), zum Beispiel durch Inobhutnahme oder Herbeiführung einer Sorgerechtsentscheidung durch das Familiengericht.

Die Gefährdungssituationen für das Kindeswohl

Kinder und Jugendliche benötigen für eine gesunde Entwicklung die richtige Ernährung, körperliche Pflege, gesundheitliche Versorgung, emotionale Zuwendung, Aufsicht und Schutz sowie Anregung durch ihre Erziehungspersonen. Eine Kindeswohlgefährdung besteht immer dann, wenn diese Grundbedürfnisse gar nicht oder nicht ausreichend erfüllt werden.

Kindeswohlgefährdung

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn Eltern, andere Personen in Familien oder Institutionen (zum Beispiel Heime, Kitas, Schulen, Kliniken) durch ihr Verhalten das Wohl und die Rechte eines Kindes beeinträchtigen. Das kann durch aktives Handeln oder durch Unterlassen einer angemessenen Sorge geschehen. Maßstab hierfür sind gesellschaftlich geltende Normen und eine begründete professionelle Einschätzung. Die Folgen können Verletzungen, körperliche und seelische Schädigungen oder Entwicklungsgefährdungen bei einem Kind oder Jugendlichen sein. Säuglinge und Kleinkinder sind in besonderem Maß betroffen.

Vernachlässigung

Vernachlässigung bezeichnet alle Arten der Unterlassung notwendiger Sorge. Bei der Vernachlässigung erhalten die Kinder oder Jugendlichen die für ihr Überleben und Wohlergehen erforderlichen Maßnahmen nicht oder nicht ausreichend, das sind insbesondere Ernährung, Bekleidung, Körperpflege, medizinische Versorgung, ungestörter Schlaf, altersgemäße emotionale Zuwendung, Schutz und Aufsicht durch Eltern oder Bezugsperson, Betreuung. Dadurch werden sie beeinträchtigt und geschädigt.

Häusliche Gewalt

Wenn es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen emotionaler, körperlicher oder sexueller Art zwischen den Eltern (Schlagen, Treten, Stoßen, Beschimpfen, Beleidigen, Demütigen, Verhöhnen, Entwerten, Vergewaltigen der Mutter) kommt, geraten Kinder häufig in diese hinein oder erleben diese mit. Kinder, die häusliche Gewalt selbst erfahren oder aus dem kindlichen Abhängigkeitsverhältnis heraus beobachten, sind in ihrem Wohlergehen gefährdet. Diese Erfahrungen können zu einer Beeinträchtigung der emotionalen, körperlichen und kognitiven Entwicklung der betroffenen Kinder und unter bestimmten Bedingungen, z. B. bei schweren Gewalthandlungen oder bei sehr kleinen Kindern, auch zu traumatischen Schädigungen führen.

Körperliche Gewalt

Körperliche Misshandlung ist gekennzeichnet durch die direkte Gewalteinwirkung auf das Kind oder den Jugendlichen, insbesondere durch Schlagen, Treten, Schütteln, Verbrennen, Würgen, Verätzen, das Zufügen von Stichverletzungen, der Aussetzung von Kälte usw. Die meisten körperlichen Misshandlungen hinterlassen dabei sichtbare Spuren auf der Haut.

Seelische Gewalt

Seelische oder psychische Gewalt sind Haltungen, Gefühle und Aktionen, die zu einer schweren Beeinträchtigung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen führen. Hierbei wird die geistig-seelische Entwicklung des Kindes zu einer selbstständigen und lebensbejahenden Persönlichkeit behindert. Seelische Gewalt wird etwa durch Androhung von Gewalt und Vernachlässigung, Anschreien, Beschimpfen, Verspotten, Entwerten ausgeübt, aber auch durch Ausdruck von Hassgefühlen oder Aufforderung an das Kind, andere zu vernachlässigen oder zu misshandeln.

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalttaten gegen Kinder oder Jugendliche sind alle sexuellen Handlungen, die mit, an oder vor einem Kind oder Jugendlichen begangen werden und die dazu dienen, die eigenen Bedürfnisse nach Nähe und Intimität, nach Macht und Kontrolle oder nach Sex zu befriedigen. Dazu gehören insbesondere das Einbeziehen des Kindes oder Jugendlichen in eigene sexuelle Handlungen, die Nötigung des Kindes oder Jugendlichen, sexuelle Handlungen vor den eigenen Augen durchzuführen, die Aufforderung an das Kind oder Jugendlichen, sich mit oder vor anderen sexuell zu betätigen.

Mutig fragen - besonnen handeln

Die Broschüre bietet Informationen für Mütter und Väter zur Thematik des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen.

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Hilfe bei Kindeswohlgefährdung

Wenn Sie sich Sorgen um das Wohl eines Kindes oder Jugendlichen machen, wenden Sie sich bitte persönlich, telefonisch, schriftlich oder per E-Mail – auch anonym – zur vertrauensvollen Beratung an folgende Stellen:

Diese Stellen sind gesetzlich verpflichtet, die Information aus der Beratung und die persönlichen Daten streng vertraulich zu behandeln. Allen Meldungen, die darauf hinweisen, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes oder Jugendlichen gefährdet ist, werden unverzüglich nachgegangen. In akuten Fällen werden die Stellen eine schnelle Hilfe leisten. Im Rahmen der Vorsorge werden gemeinsam mit den Betroffenen die Ursachen geklärt. Den Eltern werden bei der Wahrnehmung ihrer Versorgungs- und Erziehungsaufgaben Beratung sowie konkrete Hilfen angeboten.

Wenn Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, werden die verantwortlichen Stellen unverzüglich tätig:

  • Sie gehen Hinweisen über Kindeswohlgefährdungen nach, nehmen die Situation des gefährdeten Kindes oder Jugendlichen in Augenschein.
  • Sie schätzen die Gefährdungssituationen ein.
  • Sie führen Gespräche mit der Familie und allen Kooperationspartnern.
  • Sie aktivieren die Familienressourcen.

Das Jugendamt wird tätig indem es

Berliner Notdienst Kinderschutz

Der Berliner Notdienst Kinderschutz ist eine sozialpädagogische Einrichtung.

Zur Beratung und Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen stehen der Kinder-, Jugend-, Mädchennotdienst, die Kontakt- und Beratungsstelle (KuB) mit dem „Sleep In“ sowie die Hotline Kinderschutz rund um die Uhr an 365 Tagen des Jahres zur Verfügung.

Darüber hinaus nimmt der Berliner Notdienst Kinderschutz außerhalb der Öffnungszeiten der Berliner Jugendämter stellvertretend die Aufgaben des Kinderschutzes wahr.

Telefonische Notdienste in den Bezirken

Krisendienst Kinderschutz der Jugendämter (erreichbar Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr)

Prävention

Vorsorge ist das beste Mittel, Kinder vor Gefährdungen für ihr Wohl zu schützen. Risiken, die im Alltag von Familien in belastenden Lebenslagen entstehen können, müssen frühzeitig erkannt werden. Diesen Familien soll von Anfang an eine verlässliche Hilfe und Begleitung angeboten werden.

Die Hilfen müssen leicht erreichbar sein, kurzfristig zur Verfügung stehen und dürfen nicht den Eindruck des Versagens der Eltern entstehen lassen. Weil Probleme in Familien vielfältige Ursachen und Auswirkungen haben, gibt es ein breites Spektrum unterschiedlicher Angebote. Durch die Zusammenarbeit aller Dienste und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens kann eine individuelle Unterstützung gewährleistet werden. Dafür ist es notwendig, insbesondere die Strukturen des Gesundheitssystems und der Kinder- und Jugendhilfe sowie andere Institutionen, die Kontakt zu jungen Familien haben, eng und verbindlich zusammenzuführen, um eine Vernetzung im Kinderschutz zu erreichen.

Koordinatoreninnen und Koordinatoren Kinderschutz

der Jugend- und Gesundheitsämter

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Angebote

Kind sitzt weinend auf den Boden

Netzwerk Kinderschutz

Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung kann nur in gemeinsamer Verantwortung getragen werden. Voraussetzung ist die Kooperation aller am Hilfeprozess Beteiligten. Sie gelingt nur, wenn die fachlichen Standards eingehalten werden, die Aufgaben klar definiert und verbindliche Zuständigkeiten geregelt sind. Netzwerk Kinderschutz

Schwangere Frau umfasst ihren Bauch mit den Händen

Frühe Hilfen

Frühe Hilfen unterstützen junge Familien. Eltern sollen schon während der Schwangerschaft und besonders in den ersten Lebensjahren des Kindes unterstützt werden. In dieser Zeit zeigt sich, ob es gelingt, eine stabile Eltern-Kind-Bindung aufzubauen, die Grundlage für das körperliche und seelische Wohl des Kindes ist. Frühe Hilfen

Bildausschnitt: Hände halten schützend Scherenschnitt von einer Familie

Unterstützungsangebote für Familien

Die Kinder- und Jugendhilfe hat den gesetzlichen Auftrag, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung zu beraten und zu unterstützen, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und sie vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Unterstützungsangebote für Familien

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