In einer Metropole wie Berlin gibt es einen großen, nahezu unüberschaubaren Markt von Angeboten religiöser, weltanschaulicher, therapeutischer oder lebenshelfender Prägung. So unterschiedlich die Angebote sind, sie treffen auf die Vielfalt menschlicher Bedürfnisse und Sehnsüchte nach Glück, Lebenssinn, Sicherheit, Gesundheit und Gemeinschaft oder auch nach Erfolg und Wohlstand.
Nicht jede Gruppe ist bedenklich. Jedoch gibt es Gruppen, die Freiheit und Erfolg versprechen, aber dann in totale Abhängigkeit oder auch in finanziellen Ruin führen. Bei Fragen zur Einordnung von Gruppierungen, bei Problemen oder Informationsbedarf können Sie sich gerne an die SektenInfo Berlin wenden.
Vor dem Hintergrund staatlicher Neutralität gegenüber Glaubens- und Weltanschauungen bewerten wir den Glauben der einzelnen Gruppierungen nicht. Der Begriff “Sekte” erscheint nur in unserer Stellenbezeichnung zur besseren Auffindbarkeit für Betroffene und Angehörige. Um Stigmatisierungen keinen Raum zu geben, benutzen wir den umgangssprachlich und negativ behafteten Begriff der „Sekte“ sonst nicht. Demnach führen wir auch keine sogenannten Sektenlisten und nehmen keine Einordnung in diesem Bereich vor. Vielmehr sehen wir uns unabhängig vom Glauben, die Strukturen und Praktiken von Gemeinschaften an, die für den einzelnen Menschen problematisch werden können. Wir sprechen dann von konflikthaften Angeboten.
Zwischen staatlicher Neutralität und Äußerungsrecht
- “Ist das eine Sekte?”
- “Führen Sie eine Sektenliste?”
- “Warum warnen Sie denn nicht deutlicher vor dieser Gruppe?”
Diese und ähnliche Fragen erreichen uns immer wieder. Der Staat ist aber zur Neutralität gegenüber Religionen und Weltanschauungen verpflichtet, ein Agieren des Staates steht immer im Spannungsverhältnis zum Äußerungsrecht von Gruppen im Weltanschauungs- und Lebenshilfespektrum. Zugleich hat der Staat aber auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Daher darf er, wenn Menschen Gefahr laufen, in ihren Grundrechten eingeschränkt und gezielt in eine psychische und/oder finanzielle Abhängigkeit geführt zu werden oder Schaden an Leib oder Seele zu nehmen, sich auch warnend äußern. Besonders in Hinblick auf Schutzbefohlene, Kinder und Jugendliche hat der Staat Sorge dafür zu tragen, dass ein gesundes Aufwachsen ermöglicht wird und das Kindeswohl geschützt ist.