Adoption

Kinderhände mit Spielzeughaus
Bild: Depositphotos_com_belchonock

Adoption

Link zu: Broschüre
Bild: Zentrale Adoptionsstelle Berlin-Brandenburg

Durch eine Adoption entsteht ein rechtliches Eltern-Kind-Verhältnis mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten.
Die zuständige Adoptionsvermittlungsstelle hat die Aufgabe, für ein Kind, das zur Adoption freigegeben wurde, die passenden Eltern zu finden. Das Wohl des Kindes und dessen Bedürfnisse stehen im gesamten Verfahren im Mittelpunkt.

Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerber müssen sich auf einen längeren Prozess einstellen. Lassen Sie sich von der Adoptionsvermittlungsstelle beraten, wenn Sie beabsichtigen sich als Adoptiveltern zu bewerben.

Informationen für Abgebende

Die Broschüre “Adoption – Eine Chance” widmet sich den Fragen und Unsicherheiten von Eltern, die erwägen, Ihr Kind zur Adoption freizugeben.

So verweist die Broschüre auf verschiedene Beratungsangebote und versucht Antworten auf drängende Fragen zu geben, wie beispielsweise:
Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind zur Adoption freigebe? Wann muss ich mich entscheiden? Was bedeutet die Adoption rechtlich für mich und mein Kind? Wann erfährt mein Kind von mir?

Vertrauliche Geburt

Als Alternative zur Babyklappe bietet das Gesetz zur vertraulichen Geburt seit 2014 Frauen die Möglichkeit, medizinisch begleitet zu entbinden, anstatt ihr Kind heimlich und allein zur Welt zu bringen.

Die Mutter hinterlässt unter einem Pseudonym ihre Daten in einem vertraulichen Dokument. Das Dokument wird beim BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) hinterlegt. Das Kind kann im Alter von 16 Jahren auf Antrag dieses Dokument erhalten und so seine Herkunft erfahren.

Das Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym & sicher“ ist kostenlos und rund um die Uhr besetzt:

Informationen für Annehmende

Die Broschüre “Adoption – Ein Weg?!” informiert über den Ablauf eines Adoptionsverfahrens sowie über die Situation der vermittelten Kinder. Sie erklärt, welche Voraussetzungen Adoptivbewerber erfüllen müssen und beantwortet darüber hinaus Fragen zum Ablauf bei der Adoption eines ausländischen Kindes.

Die Adoptionsvermittlungsstelle

Drei junge Erwachsene schauen sich Unterlagen an
Bild: Depositphotos_com_racorn_

In Berlin übernimmt die Adoptionsvermittlungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für alle 12 Berliner Jugendämter der Bezirke die Aufgaben der Adoptionsvermittlung. Die Aufgaben werden ausschließlich von sozialpädagogischen Fachkräften wahrgenommen.

Ergänzend erhalten Sie zahlreiche Beratungsangebote bei dem gemeinsamen Adoptions- und Pflegekinderdienst von Caritas und Diakonischem Werk.

Zielgruppen:

  • Schwangere, Mütter und Väter, die erwägen, ihr Kind zur Adoption freizugeben
  • Ehepaare und Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft sowie Einzelpersonen, die ein Kind adoptieren möchten
  • Adoptierte jeden Alters auf der Suche nach ihren Wurzeln
  • Mütter und Väter, die nach ihren adoptierten Kindern suchen und Kontakt möchten
  • Adoptivfamilien
  • Institutionen wie z.B. Krankenhäuser, Geburtshäuser, Jugendämter und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen

Angebote:

  • Beratungen und Informationsgespräche
  • Vorbereitung und Durchführung von Eignungsverfahren für Bewerberinnen und Bewerber
  • Vermittlung von Kindern
  • Begleitung und Beratung während der Adoptionspflegezeit
  • Beratung der Adoptivfamilien in allen Fragen rund um die Adoption
  • Begleitung bei Kontakten zwischen Herkunfts- und Adoptivfamilie
  • Vernetzung von Adoptivfamilien
  • Vernetzung von abgebenden Eltern
  • Begleitung bei Wurzelsuche, bei Akteneinsicht und bei Kontaktgestaltung

Für Aufgaben, die Berlin und Brandenburg betreffen, gibt es die Zentrale Adoptionsstelle Berlin-Brandenburg (ZABB). Die ZABB ist unter anderem für die Zulassung und Beaufsichtigung der Adoptionsvermittlungsstellen zuständig, die zwar nicht staatlich aber dennoch anerkannt sind wie z.B. der gemeinsame Adoptions- und Pflegekinderdienst von Caritas und Diakonischem Werk.

Des Weiteren begleitet die ZABB Adoptionsverfahren mit Auslandsberührung. Für die Adoption ausländischer Kinder gibt es eine Reihe staatlich anerkannter Auslandsvermittlungsstellen.

Stiefkindadoption

Lebensgemeinschaft zweier Männer mit Kind
Bild: Depositphotos_com_belchonock

Um eine sogenannte Stiefkindadoption handelt es sich, wenn Sie das leibliche Kind Ihrer Partnerin oder Ihres Partners adoptieren möchten. Hierfür müssen Sie entweder verheiratet sein oder in Eingetragener Lebenspartnerschaft leben. Eine Neuregelung der Stiefkindadoption soll bis zum 31.März 2020 getroffen werden.

Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Als Adoptierende sollten Sie bereits eine angemessene Zeit mit dem Kind zusammenleben, so dass ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist.
  • Beide Elternteile müssen Ihrem Antrag zustimmen. Wenn das Kind das 14. Lebensjahr erreicht hat, muss es selbst auch zustimmen.
  • Das Kind sollte über die bestehende Stiefelternschaft aufgeklärt sein, da auch das Familiengericht ggf. mit dem Kind sprechen wird.

Für die Antragsstellung wird ein Termin beim Notar, bspw. für Familien- und Erbrecht, benötigt. Dieser wird Sie über die erforderlichen Unterlagen informieren und diese an das zuständige Familiengericht weiterleiten.

Das Familiengericht wird daraufhin das Jugendamt Ihres Bezirkes oder die Adoptionsvermittlungsstelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zu einer fachlichen Stellungnahme auffordern.

Identitäts- und Wurzelsuche

Junge betrachtet Pflanze
Bild: depositphotos_com_cookelma

Junge Menschen setzen sich während ihrer Persönlichkeitsentwicklung mit der eigenen Herkunft und Lebensgeschichte auseinander. Sie möchten klären, wo sie herkommen und worauf ihre Wurzeln beruhen.

Adoptierte haben leibliche Eltern und Adoptiveltern. Fragen wie Warum wurde ich weggegeben oder verlassen? Was habe ich vom Aussehen und Wesen der leiblichen Eltern? bewegen die meisten Adoptierten. Informationen über die damalige Lebenssituation der leiblichen Eltern sowie die Möglichkeit persönlicher Kontakte können hilfreich sein, die Hintergründe der Entscheidung zur Adoptionsfreigabe nachzuvollziehen und sich damit auseinandersetzen zu können.

Einblick in die Adoptionsakte

Beim Wunsch, einen Einblick in die Adoptionsakte zu erhalten, berät Sie die Adoptionsvermittlungsstelle.

  • Adoptierte haben das Recht, mit 16 Jahren ohne Zustimmung ihrer Adoptiveltern ihre Akte einzusehen. Sie werden dabei durch eine Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle begleitet.
  • Ein Adoptionsvorgang wird bis zu 100 Jahre nach Geburt aufgehoben.
  • Adoptierte wie auch abgebende Eltern sollten sich mit ihrem Anliegen schriftlich an die Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Sie sollten alle bekannten Angaben zur gesuchten Person sowie zur eigenen Erreichbarkeit (Telefon oder Mail) machen und einen Identitätsnachweis von sich (Kopie der Geburtsurkunde oder des Personalausweises) beifügen.
  • Sobald die Akte aus dem Archiv vorliegt, wird mit Ihnen das weitere Verfahren abgesprochen und der Einblick in die Vermittlungsakte begleitet.

Kontaktwunsch leiblicher Eltern

Auch leibliche Eltern möchten oft wissen, wie es den adoptierten Kindern geht. Auch wenn es sich um eine sogenannte „Inkognitoadoption“ handelte, werden abgebende Mütter und Väter bei Kontaktwünschen unterstützt.

Wenn Adoptierte und leibliche Eltern lange keinen Kontakt hatten, geht es zunächst darum zu klären, ob die gesuchte Person diesen Kontakt auch möchte. Hier übernimmt die Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle eine vermittelnde Rolle und begleitet den Prozess, wenn dies gewünscht wird.