Landesprogramm Stadtteilmütter

Stadtteilmütter

Die sogenannten Stadtteilmütter sind Mütter mit Migrationshintergrund, die im Rahmen eines Peer-to-Peer-Ansatzes andere Mütter zu Erziehungsfragen, Kindergesundheit und vielen anderen Themen rund um die Familie und das Familienleben mit Kindern bis zu zwölf Jahren, beraten und unterstützen.

Aufgaben und Handlungsfelder

Die Stadtteilmütter sind wichtige Ansprechpartnerinnen im Alltag für Familien aus einem ähnlichen Kulturkreis und übernehmen eine Brückenfunktion, um ihnen den Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten im Sozialraum zu erleichtern.

Dafür besuchen sie Familien zu Hause und vermitteln ihnen in der Herkunftssprache ihr Wissen zu Themen rund um das Familienleben, wie beispielsweise der Entwicklung und Erziehung von Kindern, dem Umgang mit Medien, Gesundheitsförderung sowie Spracherwerb und Sprachförderung.

Sie ermutigen die Eltern, ihre Erziehungsverantwortung wahrzunehmen und zeigen Möglichkeiten auf, wie sie die Entwicklung der Kinder aktiv unterstützen können. Sie stellen Kontakte zu Behörden her, helfen Familien bei der Beantragung familiärer Leistungen und der Orientierung im hiesigen Versorgungssystem. Darüber hinaus bieten Stadtteilmütter in Familienzentren oder anderen Orten im Sozialraum Angebote oder Sprechstunden an, begleiten zu Familienservicebüros, Kitas oder Schulen.

Insgesamt sprechen sie über 40 Sprachen, sodass die Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichsten Herkünften gehört werden können.

Handlungsfelder der Stadtteilmütter

  • Persönliche Beratungen und Gespräche mit Familien in entsprechender Sprache zu Themen rund um Familie, wie Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitsfragen
  • ggf. Verweisberatung an Anlaufstellen, Angebote und Sprechstunden in Familienzentren oder anderen Orten im Sozialraum
  • Begleitung zu Fachstellen oder Institutionen, die das Familienleben betreffen

Teilhabe und Integration

Die Arbeit der Stadtteilmütter soll dazu beitragen, die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern, insbesondere auch für geflüchtete Familien und zu einem besseren Gelingen des Integrationsprozesses beitragen.

Es gibt in allen Berliner Bezirken Stadtteilmütter, die Eltern in Fragen zu Erziehung, Gesundheit und Bildungsförderung beraten und unterstützen können. An ihrem Markenzeichen – dem roten Schal erkennt man sie gut.

Landesprogramm Stadtteilmütter

Das Landesprogramm Stadtteilmütter ist ein sozialraumbezogenes und ressourcenorientiertes Angebot der Eltern- und Familienbildung unter der Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Der Berliner Senat hat am 4. Juni 2019 beschlossen, die erfolgreich evaluierte Arbeit der Stadtteilmütter langfristig zu sichern. Mit dem Start des neuen Landesprogramms am 1. Januar 2020 wurde die Arbeit der Stadtteilmütter auf ein festes Fundament gestellt und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, die die Arbeitsbedingungen verbessern. In den Jahren 2026 und 2027 stehen jeweils ca. 14 Millionen Euro für das Projekt der Stadtteilmütter zur Verfügung.

Die beteiligten Akteure und ihre Aufgaben im Landesprogramm Stadtteilmütter lassen sich wie folgt veranschaulichen:

Grafik Stadtteilmütter

Der Fachverbund Stadtteilmütter in Berlin im Verbund der Diakonie wurde im Jahr 2019 durch die drei Träger langjährig in Berlin tätiger Stadtteilmütter-Projekte – das Diakoniewerk Simeon gGmbH, die Diakoniegemeinschaft Bethania und das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e.V. – gegründet. Die drei Träger führen seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich Stadtteilmütter-Projekte in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain- Kreuzberg und Mitte durch und arbeiten sehr eng zusammen. Zum 1. Januar 2026 übernahm das EJF (Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk) die Angebote des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte e.V.

Der Fachverbund setzt sich für die Qualitätssicherung und für die Entwicklung von einheitlichen Standards der Arbeit in Stadtteilmütter-Projekten ein. Seit Beginn des Jahres 2020 führen die drei Träger des Fachverbunds im Rahmen des von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gestarteten gesamtstädtischen Landesprogramms Stadtteilmütter die Basisqualifizierungskurse für die Stadtteilmütter der neuen Bezirke, sowie seit 2024 die Aufbauqualifizierungskurse „Jugend“ durch und beraten die regionalen Träger fachlich in allen Fragen der Projektumsetzung. Darüber hinaus werden durch den Fachverbund für die bereits tätigen Stadtteilmütter Treffen zum Austausch untereinander sowie regelmäßige Fortbildungsangebote organisiert.

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, den bezirklichen Jugendämtern und den neuen Trägern hat der Fachverbund dazu beigetragen, dass die Stadtteilmüttertätigkeiten ein fester Pfeiler der Familienförderung wurden.

Mockup Podcast Stadtteilmütter

Podcast "Klasse Berlin": Der rote Schal - Die Berliner Stadtteilmütter

In dieser Episode richten wir den Blick die Stadtteilmütter in Berlin. Vor 18 Jahren als kleines Projekt im Neuköllner Schillerkiez gestartet, haben sie sich zu einer wichtigen sozialen Ressource im gesamten Stadtgebiet entwickelt. Die Stadtteilmütter sind Mütter mit Migrationshintergrund, die andere Mütter und ihre Familien zu einer Vielzahl von Themen beraten. Weitere Informationen

Träger der regional eingesetzten Stadtteilmütter

Standorte der Träger der regional eingesetzten Stadtteilmütter

Träger der überregional eingesetzten Stadtteilmütter

Standorte der Träger der überregional eingesetzten Stadtteilmütter

Kita Märkolino

Neue Kitaplätze für Berlin

Berlin wächst und soll eine familien- und kinderfreundliche Stadt bleiben. Dazu zählt das Angebot vieler neue Kita-Plätze. Denn Menschen ziehen hierher, die Geburtenrate steigt. Zudem nehmen immer mehr Berliner Familien das Recht auf einen Kita-Platz ab dem ersten Geburtstag des Kindes in Anspruch. Weitere Informationen

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie