6. Teil der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern: Eine Reihe zum Thema Rechtsextremismus«
Soziale Medien sind längst zentrale Infrastrukturen rechtsextremer Mobilisierung geworden und stellen damit eine wachsende Herausforderung für demokratische Öffentlichkeit und Meinungsbildung dar. Algorithmen, Memes und scheinbar harmlose Inhalte können Nutzende schrittweise in ideologische Rabbitholes oder Filterblasen führen – mit Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Diskurse. Doch wie genau entstehen diese Dynamiken, und wie lassen sie sich im Sinne einer wehrhaften Demokratie durchbrechen?
Auf diesem Podium wird diskutiert, wie Plattform-Algorithmen und Empfehlungslogiken rechtsextreme Inhalte verstärken, welche Rolle popkulturelle Codes, Ironie und »weiche Einstiegsnarrative« bei der Normalisierung antidemokratischer Positionen spielen können und wie sich rechte Strategien durch Plattformwechsel, neue Formate und De-Platforming verändern. Im Fokus steht außerdem die Frage, woran frühe Anzeichen von Radikalisierungsprozessen – insbesondere bei jungen Nutzenden– erkennbar sind und wie demokratische Akteur:innen darauf reagieren können.
Es werden sowohl technische Mechanismen hinter Plattformen und digitalen Radikalisierungspfaden beleuchtet, wie auch praktische demokratische Bildungs-, Präventions- und Beratungsarbeit: über konkrete Radikalisierungsverläufe, Handlungsoptionen und die Frage, welche Gegenstrategien demokratische Räume im Netz stärken – und wo ihre Grenzen liegen.
- Kira Ayyadi, Politikwissenschaftlerin, Redaktion Belltower.News
- Dr. Daniel Guagnin, Nexus-Institut, Bereichsleitung Netze und Gesellschaft
- Timon Strnad, Projekt »Wir sind Anti-Anti«
- Steven Avanzato-Driesner, Game Designer, Demokratiepädagoge, LKA Berlin, angefragt
Es moderiert Dilek Üşük.
Über die Veranstaltungsreihe
Mit der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern« (O-Ton Polizeibericht) greift die Berliner Landeszentrale für politische Bildung das Thema Kontinuitäten des Rechtsextremismus und aktuelle gesellschaftliche Prozesse auf. Der Hass auf vermeintliche Minderheiten, die Angriffe auf demokratische Institutionen und das Verbreiten hetzerischer, menschenverachtender und teilweise verschwörungsgläubiger Inhalte stellt eine der größten Bedrohungen für unsere freiheitliche Gesellschaft und demokratische Ordnung dar. In insgesamt sieben Foren, zwei Lesungen und drei Filmabenden wird Raum geschaffen, unterschiedliche Phänomene des Rechtsextremismus bis hin zu rechtsterroristischen Aktivitäten in ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung mit Expertisen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Alle Veranstaltungen finden unter Beteiligung des Publikums statt.
Der Titel der Reihe nimmt Bezug auf deutsche Debatten über die Opfer rechtsextremer Morde und ihrer Herkunft. Dies verweist auch auf Fragen wie: Wer ist deutsch? Wer nicht? Wessen wird wie gedacht? Und letztlich: Was ist ein Menschenleben wert?