Ansätze einer communities-orientierten politischen Erwachsenenbildung

Diskussion

10. Teil der Veranstaltungsreihe »Politische Bildung in der postmigrantischen Gesellschaft«

Der Ansatz der communities-orientierten politischen Bildung befindet sich aktuell im Entstehen. Ausgangspunkt sind die besonderen Lebensrealitäten und -geschichten von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte und deren Menschenrecht auf politische Teilhabe. Während in der politischen Bildung bisher eher soziale Fragen in den Blick genommen wurden, um passgenaue Angebote für Menschen zu schaffen, zeigen wissenschaftlicher Befunde, dass es im Kontext von Migration besondere Herausforderungen gibt. Es werden Fragen behandelt wie: Welche Barrieren lassen sich ausmachen? Wie müsste ein Safer und Braver Space für diese Menschen aussehen? Und welche besonderen Anforderungen stellt dies an das Wissen und die Sensibilität der Bildenden? Der Vortrag bietet eine theoretische Einordnung und Raum für Reflexion. Den Impuls zur Diskussion gibt Lina Fustok, Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Erst mit den erneuten Anpassungen des Staatsbürgerschaftsrechts unter der Ampel-Regierung hat Deutschland vollständig anerkannt, ein Einwanderungsland zu sein, in dem die Frage der politischen Teilhabe keine der Abstammung (mehr) sein soll. Gleichwohl bleibt die Ausgestaltung noch in vielen Bereichen ungeklärt und politisch umkämpft. Erst nach dem langen Sommer der Migration 2015/16 wurde die Frage der Bedeutung der politischen Teilhabe für die Gestaltung der „Integration“ auf die Tagesordnung gesetzt, vorher war die politische Teilhabe erst als Endpunkt eines Integrationsprozesses konzipiert. Ungeklärt bleibt jedoch, wie politische Teilhabe für die Einwohnerschaft ohne deutsche Staatsbürgerschaft ausgestaltet werden soll. In deutschen Großstädten ist dies meist mehr als ein Viertel der Bewohner:innen.
Zugleich ist bei allen Modernisierungsprozessen nicht zu übersehen, wie sehr die historischen Prägungen fortwirken, warum sich auch etliche Debatten in Deutschland deutlich von jenen in anderen westeuropäischen Ländern unterscheiden.
Ob politische Bildung will oder nicht: Schon alleine die Thematisierung der mit dem Wandel hin zu einer postmigrantischen Gesellschaft verbundenen gesellschaftspolitischen Verschiebungen macht die politische Bildung selbst zu einem Akteur in den offenen Aushandlungsprozessen. Daher ist die politische Bildung gefordert, sich in diesem Kontext selbst zu verorten und kritisch eigene Prägungen als Profession und Akteure der Profession zu reflektieren.

Mitschnitt des Vortrags von Lina Fustok

Mitschnitt des Vortrags von Lina Fustok über Ansätze einer communities-orientierten politischen Erwachsenenbildung

Formate: video/youtube

  • Moderation:

    • Prof. Dr. Sabine Achour, Freie Universität Berlin
    • Thomas Gill, Berliner Landeszentrale für politische Bildung
  • Kooperationspartner:

    Freie Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Professur für Politikdidaktik/ Politische Bildung

  • Datum:

    Mittwoch, 28. Januar 2026

  • Zeit:

    16.00–18.00 Uhr

  • Ort:

    Henry-Ford-Bau, Hörsaal D, Garystr. 35-37, 14195 Berlin / Stadtplan

    Zugangsdaten für die optionale Online-Teilnahme erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei.

  • Anmeldung:

    Melden Sie sich bitte online an.

  • iCalendar:

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961