Angriff von Rechtsaußen: Rechte Vereinnahmungsversuche im Amateur:innensport

Diskussion

10. Teil der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern: Eine Reihe zum Thema Rechtsextremismus«

Rechte Akteur:innen versuchen immer wieder, den Amateur- und Breitensport für ihre eigenen politischen Zwecke zu nutzen. Dabei bedienen sie sich unterschiedlicher Mittel: von der gezielten Verwendung bestimmter Symbole und sprachlicher Codes über die direkte Ansprache von Sportler:innen bis hin zur Nutzung öffentlicher Sporteinrichtungen, etwa für Kampfsporttrainings. Solche Strategien sind zunächst subtil und können unauffällig wirken. Oft bleiben sie in vielen Vereinen lange unbemerkt.
In dieser Veranstaltung steht die Analyse rechter Vereinnahmungsstrategien im Mittelpunkt; gleichzeitig wollen wir uns darüber unterhalten, was das gesellschaftlich bedeutet, und wie wir uns davor schützen können.
Es soll außerdem beleuchtet werden, wie Vereine und Sportanlagen sich wehrhaft zeigen können. Und auch die Realität derjenigen, die Ziele rechtsextremer Angriffe werden, soll in den Blick genommen werden.
Wir werden diskutieren, wie demokratische Werte im Sport gestärkt werden können. Dazu gehört es unter anderem auch, Anzeichen für rechte Einflussnahme frühzeitig zu erkennen, Strategien für Prävention zu entwickeln und Handlungsmöglichkeiten für Vereine aufzuzeigen, um Räume des Sports offen, inklusiv und demokratisch zu gestalten. Ziel der Veranstaltung ist es, die Sensibilität für politische Instrumentalisierung im Sport zu erhöhen und konkrete Ansätze zu vermitteln, wie Sportvereine ihre wichtige Rolle als Orte demokratischer Teilhabe und gesellschaftlicher Bildung aktiv wahrnehmen können.

Auf dem Podium kommen miteinander ins Gespräch:
  • Dr. Veronika Springmann, Leitung Sportmuseum Berlin
  • Robert Claus, Autor der Studie „Rechtsextremismus im Sport“
  • Dr. Özgür Özvatan, Berliner Fußballverband
  • Alice Reitz, TuS Makkabi Berlin

Es moderiert Dilek Üşük.

Über die Veranstaltungsreihe
Mit der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern« (O-Ton Polizeibericht) greift die Berliner Landeszentrale für politische Bildung das Thema Kontinuitäten des Rechtsextremismus und aktuelle gesellschaftliche Prozesse auf. Der Hass auf vermeintliche Minderheiten, die Angriffe auf demokratische Institutionen und das Verbreiten hetzerischer, menschenverachtender und teilweise verschwörungsgläubiger Inhalte stellt eine der größten Bedrohungen für unsere freiheitliche Gesellschaft und demokratische Ordnung dar. In insgesamt sieben Foren, zwei Lesungen und drei Filmabenden wird Raum geschaffen, unterschiedliche Phänomene des Rechtsextremismus bis hin zu rechtsterroristischen Aktivitäten in ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung mit Expertisen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Alle Veranstaltungen finden unter Beteiligung des Publikums statt.
Der Titel der Reihe nimmt Bezug auf deutsche Debatten über die Opfer rechtsextremer Morde und ihrer Herkunft. Dies verweist auch auf Fragen wie: Wer ist deutsch? Wer nicht? Wessen wird wie gedacht? Und letztlich: Was ist ein Menschenleben wert?