Holocaust-Gedenken: Neue Online-Plattform bietet innovative Lernformate für die Generation TikTok

Im Vorfeld des heutigen Holocaust-Gedenktages hat das Anne Frank Zentrum die internationale Bildungsplattform Shoah Stories mit innovativen Angeboten für Schüler:innen und Lehrkräfte gestartet. Sie soll Lehrer:innen mithilfe von Kurzvideos dabei unterstützen, die Geschichte des Holocaust fundiert und jugendgerecht zu vermitteln.

Auf Shoah Stories werden Kurzvideos von mehr als 20 Gedenkstätten, Museen, Bildungseinrichtungen und Zeitzeug:innen weltweit vorgestellt und mit pädagogisch aufbereiteten Lernmaterialien ergänzt. Mit den kostenlos zugänglichen Kurzvideos und Lernmaterialien will das Anne Frank Zentrum dem Anstieg von Antisemitismus und der zunehmenden Geschichtsverzerrung im Internet und auf Social Media entgegenwirken.

Die Kurzvideos auf der Bildungsplattform thematisieren die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, die Verfolgung durch die Nazis, jüdische Geschichte und Antisemitismus. Anhand von Zeitzeug:innenberichten, historischen Quellen, Orten und Objekten vermitteln sie verschiedene Themen und Perspektiven im Zusammenhang mit dem Holocaust auf anschauliche Weise. Shoah Stories steht zum Start auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Weitere Sprachen wie Polnisch und Französisch sollen folgen.

Shoah Stories reagiert auf die veränderten Mediennutzungsgewohnheiten junger Menschen. Laut der JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest verwendet mehr als die Hälfte der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland TikTok oder Instagram täglich oder mehrmals pro Woche. Shoah Stories nutzt das Format der Kurzvideos daher gezielt, um Wissen über die Shoah, Erinnerungskultur und die Bedeutung von demokratischen Werten zu vermitteln. Über die informativen Kurzvideos erhalten junge Menschen sowie Lehrende auf Shoah Stories einen faktenbasierten, digitalen Zugang zur Geschichte des Holocaust. Damit stärkt die Plattform historisches Lernen im digitalen Raum. Lehrkräfte erhalten eine zusätzliche Möglichkeit, die Shoah jugendgerecht im Unterricht zu behandeln und zugleich die Schüler:innen für einen reflektierten und kritischen Umgang mit Informationen auf Social Media zu sensibilisieren. Das Material ist für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen ab 14 Jahren gedacht und steht auf der Website zur Verfügung. Für die Benutzung werden keine Social-Media-Konten benötigt.

Zu den auf Shoah Stories vertretenen Organisationen zählen beispielsweise das Anne Frank Haus (Niederlande), die Gedenkstätte Buchenwald (Deutschland), das Warschauer Ghetto Museum (Polen) und das Holocaust Museum Los Angeles (USA). Die ausgewählten Kurzvideos wurden von den Organisationen zuvor auf den Social-Media-Kanälen TikTok und Instagram veröffentlicht. Zeitzeug:innen wie Tova Friedman, die in diesem Jahr auch bei dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag sprechen wird, sind ebenfalls mit Kurzvideos vertreten.

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