Nationales Eurobarometer: Hohes Vertrauen in die EU bei jungen Menschen und Studierenden

Der Europäischen Union vertrauen in Deutschland 51 Prozent, europaweit vertraut eine relative Mehrheit von 48 Prozent der EU. Junge Menschen in Deutschland haben ein hohes Vertrauen in die EU. Das ergab eine im Herbst durchgeführte Eurobarometer-Umfrage.

Barbara Gessler, die Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland, sagte: »Mit einem Wert von 71 Prozent haben besonders Studierende Vertrauen in die EU, außerdem mit 62 Prozent die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren. Vertrauen genießt die EU auch besonders bei denjenigen, die sicher sind, dass ihre Stimme in Europa zählt (71 Prozent). Solch hohen Werte sind keine Selbstverständlichkeit, wir können uns nicht darauf ausruhen, sondern müssen kontinuierlich dafür arbeiten.« Mit ihrer neuen Jugend-Kampagne #LassReden wolle die Europäische Kommission dieses Vertrauen stärken und ausbauen. »Wir hören jungen Menschen zu und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Perspektiven, Anliegen und Ideen direkt einzubringen. Denn Europapolitik für die junge Generation muss nicht nur für die Jugend, sondern mit ihr gestaltet werden«, so Gessler.

Ein insgesamt positives Bild ruft die EU bei 46 Prozent der Deutschen hervor (EU27: 42 Prozent). Ein eher neutrales Bild haben 39 Prozent der Deutschen (EU: 38 Prozent), nur 15 Prozent haben ein negatives Bild der Europäischen Union (EU27: 19 Prozent).

Lebenszufriedenheit der Deutschen und Europäer ist leicht gestiegen

Insgesamt ist die Lebenszufriedenheit der Deutschen seit der vergangenen Befragung im Frühjahr 2025 (EB103.3) leicht gestiegen (89 Prozent, +1 Pp). Europaweit sind unverändert 86 Prozent der EU-Bürger:innen mit ihrem Leben zufrieden. Besonders junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind mit ihrem Leben zufrieden – 92 % (+1 Pp), zwischen 25-39 Jahren sind es 90 Prozent (+3 Pp), zwischen 40-54 Jahren 86 Prozent (+2 Pp) und ab 55 Jahren 90 Prozent (+3 Pp).

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wird als das wichtigste Problem der EU gesehen

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist nach Meinung der Deutschen und der Europäer das wichtigste Problem, um das sich die europäische Politik vordringlich kümmern muss. 29 Prozent der Deutschen und 26 Prozent der Europäer nennt dieses Thema als wichtigstes Problem der EU. An zweiter Stelle folgen Sicherheit und Verteidigung (26 Prozent, EU27: 18 Prozent) und illegale Einwanderung (22 Prozent, EU27: 20 Prozent).

Inflation als wichtigstes Problem in Deutschland

Steigende Preise, Inflation und Lebenshaltungskosten werden als wichtigste Probleme für Deutschland gesehen (29 Prozent, +3 Pp), gefolgt von der wirtschaftlichen Lage (21 Prozent, +1 Pp), Sicherheit und Verteidigung (20 Prozent, +1 Pp) und der Einwanderung (19 Prozent, -4 Pp). Das Thema Einwanderung ist damit in der allgemeinen Bewertung innerhalb eines Jahres um 16 Pp gesunken (EB102, Herbst 2024: 35 Prozent, +5 Pp).

Die Inflation wird auch europaweit als das wichtigste Problem für das jeweilige Land angesehen (31 Prozent, +/-0 Pp). An zweiter Stelle folgt die wirtschaftliche Lage (19 Prozent, -1 Pp), vor Einwanderung (15 Prozent, +1 Pp) sowie mit jeweils 13 Prozent Wohnungsbau/Wohnungsbeschaffung (+1 Pp) und Sicherheit und Verteidigung (-2 Pp).

Erwartungen an die EU für das kommende Jahr

Die meisten Deutschen (48 Prozent, -4 Pp) wünschen sich von der EU im kommenden Jahr Sicherung von Frieden und Stabilität, eine gesicherte Lebensmittel-, Gesundheits- und Industrieversorgung (31 Prozent, -3 Pp), gefolgt von der Regelung irregulärer Migration (27 Prozent, -5 Pp) und der Stärkung der europäischen Sicherheit und Verteidigung (25 Prozent, +4 Pp).

Europaweit steht an erster Stelle die Sicherung von Frieden und Stabilität (42 Prozent, -2 Pp), gefolgt von der Initiativen für mehr Arbeitsplätze (26 Prozent, +/-0 Pp), einer gesicherten Lebensmittel-, Gesundheits- und Industrieversorgung in der EU (25 Prozent, -2 Pp) und der Regelung irregulärer Migration (24 Prozent, +/-0 Pp).

Erwartungen an die EU für die nächsten fünf Jahre

Die Deutschen wünschen sich von der EU in den kommenden fünf Jahren vor allem Maßnahmen im Bereich Sicherheit und Verteidigung (44 Prozent, -9 Pp), gefolgt von Initiativen für die Wirtschaft (30 Prozent, +1 Pp), Einwanderung (28 Prozent, -6 Pp) und Klima und Umwelt (24 Prozent, -1 Pp).

EU-weit wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger von der EU ebenfalls Maßnahmen für Sicherheit und Verteidigung (34 Prozent, -5 Pp), Wirtschaft (27 Prozent, -2 Pp), Gesundheit (25 Prozent, +2 Pp) und zu Migration (25 Prozent, +1 Pp).

Internationaler Handel und Zölle

89 Prozent der Deutschen (-1 Pp) und 82 Prozent der Europäer insgesamt (-4 Pp) sind der Meinungen, dass eine Erhöhung der Zolltarife der globalen Wirtschaft schadet. Mehr regelbasierte Zusammenarbeit zwischen den Ländern und Regionen der Welt wünschen sich 90 Prozent (-1 Pp) der Deutschen und 86 Prozent (-2 Pp) der Europäer und Europäerinnen.

Die Umfrage beleuchtet die Ansichten von EU-Bürgerinnen und Bürgern, die in den 27 EU-Mitgliedstaaten leben, sowie von Bürgerinnen und Bürgern in den aktuellen und potenziellen Kandidatenländern (außer der Ukraine) und dem Vereinigten Königreich. Die Erhebung wurde zwischen dem 9. Oktober und dem 3. November 2025 durchgeführt. Insgesamt wurden 26.445 Bürger:innen befragt, davon 1516 in Deutschland.

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