Ausstellung über Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze um Anerkennung und Gerechtigkeit

Das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum zeigt bis zum 10. Mai 2026 die Ausstellung »Widerstand und Würde – Verbundene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945«. Sie ist das Ergebnis der Kooperation der feministischen Organisation RomaniPhen e.V. und des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums. Die Ausstellung rückt das Wissen und die Erfahrungen von Rom*nja und Sinti*zze in den Mittelpunkt, die seit 1945 bis heute für ein würdiges Leben und Gedenken kämpfen.

Die Verfolgung und Entrechtung von Rom*nja und Sinti*zze in Europa begannen lange vor dem Nationalsozialismus (NS) und endeten auch nach 1945 nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb nicht nur eine umfassende Aufarbeitung des NS-Völkermords aus, vielmehr noch erfuhren viele Überlebende statt Anerkennung und Entschädigung eine »Zweite Verfolgung«. In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurden Akten, Gesetze und Strukturen der Verfolgung jahrzehntelang – zwar nun ohne Vernichtungsabsicht – weitergeführt. Indes blieben Reparationen aus, die Rückgabe von Eigentum und Staatsangehörigkeit wurde verweigert und eine aktive Schuldumkehr betrieben. Eine breite gesellschaftliche Aufarbeitung des benannten Unrechts steht bis heute aus.

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf verschiedene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945 und zeigt ihre Verwobenheit. Dabei legt sie den Fokus auf die häufig unerwähnten und damit weniger sichtbaren Erzählungen. Das umfasst sowohl Kämpfe um Anerkennung und Erinnerung von Sinti*zze in der DDR, Bleiberechtskämpfe von Rom*nja seit den späten 1980er Jahren als auch die Forderung nach einer Anerkennung der europäischen Dimensionen des NS-Völkermords. Zudem beleuchtet die Ausstellung einige feministische Romani-Initiativen, die seit den 1990er Jahren Forderungen nach Selbstbestimmung und Repräsentation neu stellen.
Im 80. Jahr nach der Kapitulation des NS-Regimes zeigt die Ausstellung den beharrlichen, vielfältigen und doch verbundenen Widerstand einer politischen Bewegung, die bis heute für Anerkennung und Gerechtigkeit kämpft.

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