Wie Russland Gefängnisse als Instrument der politischen Unterdrückung nutzt

Der Dokumentarfilm »Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene« (englischer Originaltitel: Politzek – Voices that Defy the Kremlin) beleuchtet das System der politischen Unterdrückung im heutigen Russland unter Wladimir Putin. Tausende Menschen sind in Haft, sie gelten als Politzek, politische Gefangene. Der Dokumentarfilm von Manon Louizeau und Ekaterina Mamontova unter der Mitwirkung von Sacha Koulaeva taucht in das System der Unterdrückung ein und gibt den Gefangenen und ihren Angehörigen eine Stimme.

Im Zentrum des Films stehen persönliche Schicksale: Arsenij Turbin war 14 Jahre alt, als er wegen kritischer Äußerungen am russischen Präsidenten ins Visier des Geheimdienstes geriet und zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde – er ist Russlands jüngster politischer Gefangener. Seine Mutter Irina setzt sich verzweifelt für seine Freilassung ein.

Auch Nadeschda Skochilenko kämpfte dafür, dass ihre Tochter Sasha freikommt. Diese hatte nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Preisschilder in Supermärkten mit Protestbotschaften gegen Putins Krieg versehen und wurde zu sieben Jahren Straflager verurteilt. Nach mehr als zwei Jahren Haft kam sie im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei – ebenso wie Oleg Orlov, Mitbegründer der Menschenrechtsorganisation Memorial. Der Film begleitet auch den Kampf seiner Frau Tatjana gegen den russischen Unterdrückungsapparat.

Die Produktion ist in der ARD Mediathek abrufbar.

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