ARTE-Vierteiler erzählt »die fabelhafte Geschichte des Geldes«

Vor 2.700 Jahren wurde das Geld erfunden: in China und zur gleichen Zeit in dem kleinen Königreich Lydien, der heutigen Türkei. Seither hat es sein Aussehen ständig verändert: Es kann aus Gold, Silber, Bronze oder Papier sein, aber auch in Form von Netzwerkprotokollen auftreten und die Welt nach seinem Bild verändern. Vom antiken Griechenland bis ins Römische Reich, vom Europa Karls des Großen bis ins Alte China, von der Französischen Revolution bis ins Deutschland der Zwischenkriegszeit und ins heutige Amerika: In der Arte-Mediathek ist jetzt das vierteilige Porträt dieses heimlichen Akteurs abrufbar, der einige der bedeutendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte mitgeschrieben hat.

Der erste Teil mit dem Titel »Eine revolutionäre Idee« fragt, warum im 7. Jahrhundert vor Christus im kleinen Königreich Lydien, dem heutigen Gebiet der Türkei, das erste westliche Münzgeld erfunden wurde. Offenbar nicht aus Handelsgründen, sondern, wie jüngste Studien in Oxford nahelegen, für Kriegszwecke. Die schnelle Verbreitung der Münzen lässt sich durch die Finanzierung neuer Kriegsschiffe, der sogenannten Triere, erklären. War die massenhafte Herstellung von Silbergeld das Geheimnis der Seemacht Athen? Doch im alles entscheidenden Kampf gegen Sparta wird das Münzgeld zur Achillesferse.

Teil zwei, »Im Dienst der Macht«, blickt zurück ins 4. Jahrhundert vor Christus, als Alexander der Große den Schatz des Perserreichs erobert – für seine Nachfolger der Grundstock für riesengroße Reiche. In der Bucht von Alexandria entdecken Archäologen Tausende Münzen der Ptolemäer-Dynastie, was darauf hindeutet, dass sie in allen Gesellschaftsschichten verwendet wurden. 200 Jahre später begründet Rom seine Macht auf erbeuteten Reichtümern aus den eroberten Ländern. Doch dieser Zufluss von Edelmetall, dem das Römische Reich anfangs seinen Ruhm verdankt, beschleunigt letztlich auch dessen Untergang. So kann Geld Imperien begründen, sie aber auch vernichten.

Eine Währung ohne Gold oder Silber? Zu Beginn des 7. Jahrhunderts vor Christus produzierte China große Mengen an Bronzemünzen, die den Handel anregten und das Schicksal des Landes maßgeblich prägten. Landesweite archäologische Funde belegen die Entwicklung des chinesischen Geldwesens bis hin zur Erfindung des Papiergeldes ab 1024 in der Nord-Song-Dynastie. Der dritte Teil der Dokumentation zeigt, warum die Wirtschaft im Alten China der des Westens so lange voraus war.

Der vierte Teil zeichnet den Weg des Geldes in die virtuelle Welt nach. Während das Papiergeld in China schon seit Jahrhunderten im Umlauf ist, stößt es im Okzident auf große Vorbehalte. Europa und die USA mussten erst lernen, eine rein vertrauensbasierte Einheitswährung zu akzeptieren. Davon zeugen die Erfahrungen mit den ersten Geldscheinen in England, das Aufkommen der Assignaten während der Französischen Revolution, die Hyperinflation in Deutschland, die Einführung des Dollars und die Abkehr vom Goldstandard. Heute meldet sich der Goldstandard eindrucksvoll zurück: in Gestalt von Bitcoins, der digitalen Antwort auf das Edelmetall.

Die Dokumentation isr bis zum 27. Juli 2026 verfügbar.

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