80 Jahre Nürnberger Prozesse: Bundesarchiv zeigt online Dokumente

Anlässlich des 80. Jahrestags der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zeigt das Bundesarchiv Dokumente, Bilder und Filme in einem neuen Online-Schwerpunkt. Dieser beleuchtet verschiedene Perspektiven des Hauptprozesses, bei dem sich vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 hochrangige Vertreter des NS-Regimes für ihre Taten verantworten mussten. Im Schwerpunkt zu sehen sind etwa Filme der Wochenschau, Dokumente zur Organisation, Prozessbilder sowie dokumentierte Aussagen und Beweisfotos aus der NS-Zeit.

Der Prozess stellte das Prinzip der individuellen Schuld in den Mittelpunkt und brach damit mit der Vorstellung, dass allein Staaten für Kriegsverbrechen verantwortlich seien. Das Gericht betonte, dass sich niemand auf das Handeln auf Befehl und Loyalität gegenüber dem Befehlshaber berufen könne, wenn er an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt war. Durch diese Betonung der individuellen Schuld der Angeklagten wurde ein zentraler juristischer Maßstab für das moderne internationale Straf- und Völkerrecht gesetzt.

Auf Basis des »Londoner Viermächte-Abkommens« war der Internationale Militärgerichtshof eingerichtet worden, der höchste Vertreter des NS-Regimes anklagte. Das Statut bildete die Rechtsgrundlage zur juristischen Verfolgung der nationalsozialistischen Verbrechen und schuf drei neue Straftatbestände: Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Prozess richtete sich auch gegen NS-Organisationen: die Führungsebene der NSDAP, die SS und ihr Sicherheitsdienst (SD), die Geheime Staatspolizei (Gestapo), die SA, die Reichsregierung sowie der Generalstab und das Oberkommando der Wehrmacht (OKW). Angeklagt waren 24 Männer, darunter Wilhelm Keitel, Karl Dönitz, Rudolf Heß und Hermann Göring.

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