Mit dem »kandidierendencheck« der überparteilichen Transparenzorganisation abgeordnetenwatch finden Wähler:innen in wenigen Minuten heraus, welche Direktkandidierenden in ihrem Wahlkreis ihren Positionen am nächsten stehen. Dafür bewerten sie 21 Thesen, die zentrale und teils kontrovers diskutierte Fragen der Landespolitik aufgreifen, von der Bebauung des Tempelhofer Feldes übers Spreebaden bis zu KI-Überwachungstechnik an öffentlichen Plätzen. Nach Eingabe der Postleitzahl erhalten die Nutzer:innen eine prozentuale Auswertung, welche Kandidierenden mit ihnen übereinstimmen und welche eher nicht.
Damit sich Wähler:innen einen möglichst vollständigen Überblick machen können, hat abgeordnetenwatch nach eigenen Angaben vorab alle 670 Direktkandidierenden um ihre Positionen gebeten. 73 Prozent haben sich demnach beteiligt, jedoch mit großen Unterschieden je nach Parteizugehörigkeit: Bei den Grünen sind es 94 Prozent, bei der Linken 91 Prozent, bei SPD (74 Prozent), FDP (70 Prozent) und AfD (60 Prozent) jeweils eine klare Mehrheit. Die CDU-Kandidierenden beteiligen sich mit 49 Prozent am seltensten.
Über das »Frageportal für Berlin« können Bürger:innen außerdem alle Kandidierenden direkt zu den Themen befragen, die ihnen wichtig sind. Die Organisation prüft alle Fragen und Antworten vor der Veröffentlichung anhand ihres Moderations-Codex. So sollen Hass, Falschinformationen oder unangemessene Fragen nach dem Privatleben außen vor bleiben. Alle Fragen und Antworten bleiben auch nach der Wahl dauerhaft öffentlich einsehbar, ebenso die Positionen im kandidierendencheck. So entsteht ein dauerhaftes digitales Wähler:innengedächtnis, das die Dialogbereitschaft der Kandidierenden ebenso aufzeigt, wie ihre politischen Positionen vor der Wahl und während der Legislaturperiode, beispielsweise bei namentlichen Abstimmungen.