Studie: Ungleiche Besteuerung trug zum Ausbruch der Französischen Revolution bei

Anlässlich des heutigen Französischen Nationalfeiertags legt die ROCKWOOL Foundation Berlin (RFBerlin) eine Studie vor, die der Rolle von Ungleichheiten bei der Besteuerung für den Ausbruch der Französischen Revolution untersucht. In Gebieten, in denen die Salzsteuern und die Binnenzölle besonders hoch waren, gab es laut der Analyse der an der Studie beteiligten Wirtschaftswissenschaftler schon zwischen 1750 und 1789 doppelt so viele Aufstände wie in Niedrigsteuergebieten. »Die Unzufriedenheit spiegelte sich auch in den ‚Petitionen‘ wider, die Vertreter des Volkes Anfang 1789 beim König einreichten. Regionen mit höheren Steuern verzeichneten in ihren Petitionen an den König 72 Prozent mehr Beschwerden über Steuern und Zölle«, sagt Marco Tabellini, Research Fellow bei RFBerlin, Assistenzprofessor an der Harvard Business School und Mitautor der Studie.

Die Steuern variierten innerhalb Frankreichs erheblich. In Bezirken mit niedrigen Steuern zahlten die Haushalte 2,5 Prozent ihres Jahreseinkommens für Salz. In Bezirken mit hohen Steuern lag dieser Wert bei 13 Prozent.

»Dieser seit langem bestehende Unmut fiel 1788 mit einem besonders trockenen Sommer zusammen, auf den ein außergewöhnlich kalter Winter folgte, was die Brotpreise in die Höhe schnellen ließ und eine Welle von Hungerunruhen auslöste«, fügt Tabellini hinzu. Der König wollte jedoch Anfang 1789 die Steuern erhöhen, da seine militärische Unterstützung für die Amerikaner in deren Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten sowie seine verschwenderischen Ausgaben für den Hof in Versailles das Land ruiniert hatten. Frankreich hatte bis 1789 erhebliche Schulden angehäuft, doch der König war nicht bereit, den Bankrott zu erklären.

Die Auswirkungen der ungleichen Besteuerung hielten während der gesamten Revolution an. Bezirke, die mit den höchsten Steuern belastet waren, waren stärker von den Aufständen auf dem Lande (»La Grande Peur«) betroffen, die auf den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 folgten und die im August 1789 gipfelten in der Abschaffung der feudalen Privilegien, einschließlich der Steuerbefreiungen des Adels.

Die politischen Folgen waren ebenso bedeutend. »Abgeordnete aus stark besteuerten Bezirken standen der Monarchie kritischer gegenüber, unterstützten revolutionäre Reformen stärker und stimmten im Januar 1793 eher für die Hinrichtung des Königs«, sagt Tabellini. »Dies geht aus den Parlamentsreden von Mai 1789 bis Januar 1793 hervor.«

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