Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt das ambivalente Verhältnis in Deutschland zu sozialen Medien: Die Mehrheit der Bevölkerung (71 Prozent) sorgt sich um den Einfluss großer Social-Media-Plattformen auf die Öffentlichkeit. Gleichzeitig wollen nur wenige Menschen (18 Prozent) auf sie verzichten. Die Verantwortung sehen die Befragten bei Politik und Plattformbetreibern.
Soziale Medien sind für eine breite Mehrheit in Deutschland fester Bestandteil ihres Alltags. Gleichzeitig sehen viele Menschen den gesellschaftlichen und politischen Einfluss dieser Plattformen kritisch. Das ist das zentrale Ergebnis der neuen Studie der Bertelsmann Stiftung und Agora Digitale Transformation »Große Sorgen, hohe Erwartungen an Politik und Europa – Wie Deutschland auf Social-Media-Plattformen und Messengerdienste blickt«. Soziale Medien werden von der Bevölkerung längst nicht mehr nur als Kommunikations- und Unterhaltungsangebote wahrgenommen. Die Studie zeigt ein zentrales Spannungsfeld: 77 Prozent der Befragten sehen sie als Instrument politischer Einflussnahme, 71 Prozent sehen ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung kritisch. Auch die Dominanz weniger internationaler Konzerne bereitet vielen Menschen Sorgen. 62 Prozent geben an, dass sie es kritisch sehen, dass die wichtigsten digitalen Plattformen in chinesischer oder US-amerikanischer Hand sind.
»Die Debatte über die Macht digitaler Plattformen beschäftigt nicht nur Expert:innen, sie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen«, sagt Charlotte Freihse, Digitalisierungsexpertin der Bertelsmann Stiftung. »In Deutschland sehen viele Menschen sehr klar, welchen Einfluss große Plattformen auf öffentliche Debatten und demokratische Prozesse haben.«