Eine neue Generation christlicher Aktivistinnen und Aktivisten feiert Erfolge in den sozialen Medien. So genannte Christfluencer erreichen auf Instagram, YouTube und TikTok hunderttausende Follower – sie verbinden die Vermarktungslogik von Plattformen mit Glaubensfragen. Ultrakonservative Inhalte laufen besonders gut.
Religiöse Erweckung geht bei nicht wenigen einher mit politischer Mobilisierung. Manche bekennen sich offen zur AfD, die Botschaften anderer bleiben anschlussfähig an neurechtes Denken, auch wenn viele sich von Parteipolitik distanzieren.
Im Zentrum stehen familienpolitische Themen wie Geschlechterrollen und immer wieder Abtreibung. Schwangerschaftsabbrüche sind politisch wieder Thema, wie nicht zuletzt die Verhinderung von Frauke Brosius-Gersdorf als Bundesverfassungsrichterin zeigt. Sichtbar wird das nicht nur im Netz, wenn beim »Münchner Marsch fürs Leben« Online-Aktivisten gemeinsam mit konservativen Gläubigen auf die Straße gehen.
Der Kulturkampf ist in der Religion angekommen. Das ARD Radiofeature » Heilige Krieger – Christfluencer und die Neue Rechte« von Ralf Homann zeigt , wie Religion auf Social Media funktioniert, wie neurechte Aktivist:innen das Christentum als Bollwerk gegen Liberalismus, Feminismus und Vielfalt beanspruchen und wie die Kirchen versuchen, ihre Definition universaler christlicher Werte in einer sich wandelnden Welt zu verteidigen.