Die Freie Universität Berlin fragt: Wie politisch darf eine Hochschule sein?

Die Freie Universität Berlin (FU) stellt sich einer grundlegenden Frage: Wie politisch darf, wie politisch muss eine Hochschule sein? Zwischen dem Gebot parteipolitischer Neutralität und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Demokratie und Rechtsstaat bewegen sich Universitäten auf einem schmalen Grat. Unter dem Online-Themenschwerpunkt »Die politische Universität« beleuchtet die FU ab sofort in einer fünfteiligen Podcast-Reihe und in redaktionellen Fachbeiträgen, welche Rechte und Pflichten ihre Mitglieder haben und was es heißt, als Institution Haltung zu zeigen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler, Präsident der FU betont: »Meine und unsere Aufgabe als Hochschulleitung ist es, nicht wegzusehen, sondern uns gemeinsam in Forschung, Lehre und Transfer für eine demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft einzusetzen. Das ist auch mein Auftrag als demokratisch gewählter Präsident einer der großen, forschungsstarken Universitäten Deutschlands. Ich bin allen dankbar, die das ebenfalls tun.«

Podcast-Reihe: Die politische Universität. Neutralität heißt nicht Gleichgültigkeit

Als Institution muss die Universität parteipolitisch neutral sein. Gleichzeitig hat sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts vom Gesetzgeber den Auftrag, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schützen und ein Ort der Demokratiebildung zu sein. Die Wissenschaftsfreiheit ist dabei in Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes verankert: Zu allem darf geforscht und gelehrt werden, auch zu politisch kontroversen Themen. Was bedeutet das im Universitätsalltag? Wie findet politische Bildung in Forschung und Lehre statt? Und wie kommuniziert eine Hochschule Haltung in bewegten Zeiten? Die FU ist diesen Fragen in fünf Episoden nachgegangen und hat dafür Wissenschaftler:innen, Studierende und externe Expert:innen befragt.

Expertenbeiträge: Geschichte und Rechtslage

Teil des Schwerpunkts sind auch zwei Fachbeiträge: Die FU-Rechtswissenschaftlerin Sophie Schönberger erläutert, warum es gegenüber den Werten des Grundgesetzes keine staatliche Neutralität geben kann. Der Historiker Marian Füssel von der Universität Göttingen zeigt anhand eines Blicks in die Universitätsgeschichte, dass Universität und Politik noch nie getrennte Sphären waren.

Gleichzeitig finden an der Freien Universität Berlin dezentral organisierte Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche »Wissenschaft gegen Faschismus« statt.

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