40 Jahre Tschernobyl: Doku-Thriller über die Schockwellen des Super-GAUs

Am 26. April 1986 explodiert Block 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl. Ein Super-GAU mitten im Kalten Krieg. Niemand hat mit einer solchen Katastrohe gerechnet. Niemand ist darauf vorbereitet. Alle sind überfordert angesichts des Ernsts der Lage. 40 Jahre danach erzählt »Tschernobyl 86 – Der Super-GAU«, wie die Menschen versuchen, mit der Nuklearkatastrophe fertig zu werden. Die Bilder von damals wirken erschreckend aktuell: Wieder verlaufen Grenzen und Konflikte zwischen Ost und West, wieder ist der Krieg zurück in Europa, belauern sich Atommächte gegenseitig und rüsten gegeneinander auf.

Die 90-minütige Dokumentation von Volker Heise beruht laut ARD-Angaben zu 100 Prozent auf Originalarchivbildern, die zum Teil aus Archiven in der Ukraine stammen. Die chronologische Erzählung beginnt ab dem Moment der Explosion anhand von politischen Akteuren entlang der sich überschlagenden Ereignisse. Menschen sind unmittelbar zu erleben, wie ihnen die Zeit davonläuft, wie sie ihre Angst nicht länger verbergen, wie sie sich unter Lebensgefahr in die radioaktive Gefahrenzone begeben, um in einem Kraftakt das Schlimmste zu verhindern. Der Film erinnert mit der tickenden Uhr an die Tage und Wochen nach der Atomkatastrophe.

Tschernobyl: eine Parabel über die technische Zivilisation und ihre Krisen.
Autor und Regisseur Volker Heise
Logo: Schriftzug "BLOG" mit stilisiertem Steinbock auf dem plattgedrückten Buchstaben O