Für die einen ist er ein rückgratloser Opportunist, für andere der aussichtsreichste Kandidat der Republikaner bei den nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2028. Wie aber wurde aus dem aus schwierigen Verhältnissen stammende James David Vance der derzeitige Vizepräsident der Vereinigten Staaten?
Der in der ARD Mediathek verfügbare Dokumentarfilm entfaltet sich wie ein politischer Thriller. Er verfolgt die Schritte eines Mannes, der seine eigene Geschichte schon niederschrieb, bevor er weltbekannt wurde – »Hillbilly Elegy« (2016) ein von Hollywood verfilmter Bestseller, der sogar den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz zu Tränen gerührt haben soll. Inzwischen hat JD sich aus der amerikanischen Unterschicht bis nach oben gekämpft und ist nach Donald Trump der mächtigste Politiker der USA. Middletown, Ohio, im armen »Rust Belt« Amerikas, ist der Ort, aus dem JD Vance seine Stärke, seine Widerstandskraft und seinen Rachedurst zieht: Hier wuchs er bei seinen Großeltern auf, weil sich seine drogenabhängige Mutter nicht um ihn kümmern konnte.
In Yale fühlte er sich zunächst in einer neuen Welt verloren, bevor er Denker entdeckte, die ihn tief beeinflussten und er seine spätere Frau Usha kennenlernte. Sein Weg führte ihn auch vom Atheismus zum katholischen Glauben vom absoluten Trump-Gegner zum aktiven Unterstützer. In einer Mischung aus atmosphärisch eingefangenen Ortserkundungen, die Vance und sein Weltbild prägten, Archivausschnitten seiner öffentlichen Auftritte, privaten Fotos und Interviews mit Menschen aus seinem nahen Umfeld, wie seiner Mutter, Ehefrau, Studienfreundin und Mentoren entsteht das Bild eines Mannes, der von ganz unten kommt, es mit viel Ehrgeiz und vielen ideologischen Verwandlungen geschafft hat, in die Elite aufzusteigen und der noch weiter nach oben strebt. Der Mann nach Trump?