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Veranstaltung abgesagt: Sehnsucht Solidarität – wie kann politische Bildung kollektive Handlungsfähigkeit für eine gemeinsame Zukunft stärken?

08.10.2020

Diese Veranstaltung müssen wir leider absagen. Wir planen eine Verlegung ins Frühjahr 2021.

Lange Jahre schien der Begriff der Solidarität in Vergessenheit geraten, verdrängt und im Strudel eines neoliberalen Zeitgeistes auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Im Zeitalter der Selbstoptimierung schien für den Blick auf die Anderen, auf das Gemeinsame und auf Möglichkeiten der Überwindung von Trennendem kein Platz mehr zu sein.

Der Kasseler Soziologe Heinz Bude hat sich den vielfältigen Konzepten von Solidarität gewidmet und diese auf ihre Zukunftstauglichkeit geprüft. Er stellt ein neues „Wir-Gefühl“ fest, das optimistisch stimmen kann, aber eher als Aufgabe begriffen werden muss. Keineswegs stellt sich Solidarität von alleine her. Sie muss sich über die einzelnen Individuen herausbilden. Es geht um die Suche nach einem neuen, nach einem „größeren Wir“.

In den letzten Jahren versuchen unterschiedliche, von verschiedenen Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung betroffene Gruppen, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. „Allianzen“ werden zum Beispiel bei dem Bündnis #unteilbar oder im postmigrantischen Theater erprobt. Haben diese Ansätze die Chance sich zu einem „neuen Wir“, zu „gelebter Solidarität“ zu entwickeln?
An diesen Überlegungen kann politische Bildung anknüpfen. Politische Handlungsfähigkeit ist ihr Ziel. Diese ist letztendlich immer kollektive Handlungsfähigkeit: Die gemeinsame Durchsetzung von Interessen. Umso heterogener und vielfältiger unsere Gesellschaft wird, desto weniger sind gemeinsame Interessen aufgrund der sozialen Lage oder aufgrund eines gemeinsamen Milieus bestimmt. Welchen Beitrag kann politische Bildung leisten, das Verbindende zu stärken? Wie kann sie dabei die Ansätze von Allianzen für die eigene Praxis fruchtbar machen? Oder muss sich politische Bildung grundlegend erneuern, wenn sie eine gemeinsame Zukunft in einer veränderten – einer postmigrantischen – Gesellschaft stärken will?

An der Podiumsdiskussion nehmen teil:
  • Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe, Universität Kassel
  • Prof. Dr. Sabine Achour, Politikdidaktikerin, Freie Universität Berlin
  • Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung
  • Saba-Nur Cheema, Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main

Moderation: Thomas Gill, Leiter der Berliner Landeszentrale für politische Bildung

  • Datum:

    Donnerstag, 8. Oktober 2020

  • Zeit:

    18.30 – 20.30 Uhr

  • Ort:

    Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Besuchszentrum / Stadtplan

  • iCalendar:

  • Entgelt:

    Der Eintritt ist frei.

  • Anmeldung:

    Diese Veranstaltung ist abgesagt.

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961