Gesellschaftliche Normen verändern und verschieben sich im Laufe der Zeit. Manche Perspektiven überdauern, ob bewusst oder unbewusst, viele Jahrzehnte.
So lassen sich auch 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus dessen Bilder und Narrative über Menschen mit Behinderung oder psychischen Beeinträchtigungen ausmachen. Sie stehen im direkten Widerspruch zum Anspruch einer modernen, inklusiven und vielfältigen Gesellschaft. Gleichzeitig geraten auch die hart erkämpften Schritte hin zu einem gerechteren Miteinander zunehmend unter Druck. Inklusion und Diversität werden wieder in Frage gestellt. Debatten um den vermeintlichen „Wert“ von Menschen sind noch nicht verebbt.
Wie sehr beeinflusst die NS-Vergangenheit noch immer den Blick auf Menschen mit Behinderung? Welche Strategien gibt es, um diese überkommenen Narrative zu durchbrechen? Und vor allem: Welche Verantwortung trägt eine lebendige Erinnerungskultur in diesem Prozess?
Es diskutieren:- Prof. em. Dr. phil. Petra Fuchs, Wissenschaftlerin mit dem Schwerpunk Heilpädagogik/ Inclusion Studies
- Robert Parzer, Historiker mit dem Schwerpunkt Nationalsozialismus
- Barbara Kettnaker, Historikerin, freie Referentin Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas