Die Debatte darüber, wer sich antisemitisch verhält und äußert, wird in Deutschland und vor allem Berlin derzeit hitzig geführt. Dabei wird, wenig überraschend, Antisemitismus immer beim jeweils anderen, beim politischen Gegner diagnostiziert. Seit der Abgeordnetenhauswahl trifft das insbesondere Teile der Berliner Linken.
Dabei ist Antisemitismus kein Randphänomen und kein Problem, das allein bestimmten Milieus oder politischen Lagern zugeschrieben werden kann. Er zeigt sich in Übergriffen und Bedrohungen ebenso wie in Sprache, Bildern, Verschwörungserzählungen und scheinbar selbstverständlichen Vorstellungen.
Schwieriger als die Diagnose von Judenhass bei anderen ist die kritische Prüfung der eigenen Strukturen, Begriffe und Gewissheiten. Wie bereit sind wir, uns selbst zu prüfen?
Im Vorfeld des 9. November, der an den mörderischen Judenhass in Deutschland erinnert, diskutieren wir, was heute gegen Antisemitismus hilft, was ihm wirksam entgegengesetzt werden kann, wie wir als Gesellschaft gemeinsam diese Aufgabe angehen können.
Es diskutieren:- Marina Chernivsky, Gründungsgeschäftsführung, KOAS – Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung/ Beratungsstelle OFEK e.V.
- Sina Arnold, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin
- Anne Helm, bis September 2026 Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus von Berlin
- Dekel Peretz, Jüdisches Zentrum Synagoge Fraenkelufer e.V. und Fellow des Max-Planck-Instituts für Politik- und Sozialwissenschaft, Göttingen
Moderation: Sandra Schwarte, rbb
Ein Mitschnitt der Diskussion wird als „Forum“ im rbb24 Inforadio am Sonntag, 08.11.2026, um 11.00 und 21.00 Uhr gesendet. Darüber hinaus wird die Sendung bei ARD Sounds abrufbar sein.