Schaukel statt Brücke? Die türkische Außenpolitik zwischen NATO und Nahost

12.11.2019

Podiumsdiskussion

Die Stellenbeschreibung ist klar und einfach: Eine Brücke soll die Türkei für die NATO sein, eine Verbindung nach Vorderasien – ein Vorbild für die Verbindung von Islam, Demokratie und Moderne. Für lange Zeit hat die Türkei diese Aufgabe zuverlässig erfüllt. Doch in den letzten Jahren sorgt Ankara nicht nur, aber auch mit seiner Außen- und Sicherheitspolitik international für Stirnrunzeln.

Nach Jahrzehnten einer klaren Westorientierung verlegte sich die türkische Regierung ab 2010 darauf, eine Führungsrolle in der islamischen Welt anzustreben. Nach dem Scheitern dieser Politik verfolgt Präsident Erdogan in jüngster Zeit eine Politik der wechselnden Allianzen: Dabei spielen mal die religiöse Identität, mal wirtschaftliche Interessen, mal der Wunsch nach internationalem Prestige die entscheidende Rolle dafür, dass die Türkei nicht immer an der Seite der NATO-Partner, sondern durchaus auch an der Seite Russlands oder Teherans agiert. Insbesondere der Kauf eines Boden-Luft-Raketen-Systems von Russland und Erdogans Pläne, militärisch gegen die kurdischen US-Verbündeten in Syrien vorzugehen, haben zuletzt grundsätzliche Fragen aufgeworfen.
  • Steht die Türkei davor, ihre traditionelle Westbindung und die NATO-Mitgliedschaft gänzlich aufzugeben?
  • Welche Folgen hat die aktuelle türkische Außenpolitik für Frieden und Sicherheit, insbesondere in Syrien und dem Nahen Osten?
  • Welche Strategie verfolgt Russland mit dem neuen Freund in Ankara – und was bedeutet die Zusammenarbeit mit Teheran?
  • Welche Rolle spielt die „Kurdenfrage“ in den politischen Strategien der arabischen Staaten – und wie steht der Westen dazu?
  • Muss die NATO eine Revision der türkischen Außen- und Sicherheitspolitik einfordern – und wenn ja: Mit welchen Erfolgsaussichten?
  • Ablauf

  • 18.30 Uhr:

    Begrüßung:
    Dr. Anneke Hudalla, Europäische Akademie Berlin
    Ralf Erbel, Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit

  • 18.45 Uhr:

    Dr. Erkem Eddy Güzeldere, Berghof Foundation
    Bijan Djir Sarai, MdB, Außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag
    Dr. Günter Seufert, Stiftung Wissenschaft und Politik

  • 20.00 Uhr:

    Ausklang

  • Kooperationspartner:

    Diese Veranstaltung findet in der Reihe „Europa antwortet“ der Europäischen Akademie Berlin in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Europe Direct Informationszentrum Berlin in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung statt.

  • Datum:

    Dienstag, 12. November 2019

  • Zeit:

    18.30 bis 20.30 Uhr

  • Ort:

    Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Besuchszentrum / Stadtplan

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei.

  • Anmeldung:

    Melden Sie sich bitte hier an.

  • Ansprechperson:

    Reinhard Fischer, E-Mail, Telefon (030) 90227 4962