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Inhaltsspalte

Geschichte gegen Rechts – Gefahrenfelder und Handlungsräume

13.04.2021

Diese Online-Tagung ist ausgebucht. Weitere Anmeldungen können wir daher leider nicht mehr annehmen.

Historisches Lernen, Geschichtswissenschaft und -didaktik stehen immer in einem politischen Kontext und damit in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte der FU Berlin und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung laden zu einer Veranstaltung ein, in der Analysen von und Handlungsoptionen gegen Rechtsextremismus, Alltagsrassismus und institutionellen Rassismus diskutiert werden.

Ausgangspunkt ist dabei die Frage, welche Verantwortung Agent:innen historischen Lernens, sei es in der Geschichtsdidaktik als wissenschaftliche Disziplin oder als Praktiker:innen (Geschichtslehrkräfte, Gedenkstättenmitarbeitende, …), in diesem Kontext tragen. Das bedarf erstens der Analyse der Gefahren und der verschiedenen Handlungsfelder sowie zweitens der Entwicklung von Handlungsperspektiven. In diesem Sinne werden eine Vielzahl von Workshops aus historischer und geschichtsdidaktischer Perspektive angeboten, um Diskussionsräume zur Verfügung zu stellen und schließlich die Möglichkeit zu einer weiterführenden und vertiefenden Vernetzung zu geben.

Programm

  • Ab 13.00 Uhr
    Technischer
    Check-In

  • 13.45 – 14.00 Uhr
    Begrüßung

    Thomas Gill (Berliner Landeszentrale für politische Bildung)
    Martin Lücke (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

  • 14.00 – 14.45 Uhr
    Podiumsgespräch I

    Gefahren durch Rechtsextremismus und Rassismus: Welche historischen, politischen und geschichtsdidaktischen Herausforderungen stellen sich?

    • Peggy Piesche (Bundeszentrale für politische Bildung)
    • Patrice G. Poutrus (Universität Erfurt)
    • Andrea Genest (Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück)

    Moderation: Cornelia Siebeck (Historikerin)

  • 14.45 – 15.15 Uhr
    Pause

    Möglichkeit der Vernetzung in virtuellen Räumen

  • 15.15 – 16.45 Uhr
    Parallele Workshops

    Workshop 1 (ausgebucht)

    Uwe Puschner (FU Berlin)
    Moderation: Julian Genten & David Gasparjan (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Rechte Narrative und Kontinuitäten des intellektuellen Rechtsextremismus

    Was sind rechte Geschichtsnarrative? Welche Funktion haben sie für die völkische Identifikations- und Feindbildkonstruktion? Und in welcher Form kann gegen rechte Geschichtsnarrative – auch aus Perspektive der Geschichtswissenschaft – interveniert werden?

  • Workshop 2 (ausgebucht)

    Hendrik Puls (Ruhr-Universität Bochum)
    Moderation: Daniel Brandau & Nina Reusch (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Kontinuität rechtsmotivierter Gewalt in Deutschland

    Die mörderischen Anschläge von Hanau und Halle zeigen ebenso wie die seit 2015 angestiegene Zahl von Brandanschlägen auf Unterkünfte für Asylsuchende das Bedrohungspotential rechtsmotivierter Gewalt. Diese ist aber weder ein neues noch ein erst seit der Wiedervereinigung 1990 zu beobachtendes Phänomen, sondern rechtsmotivierte Gewalt war in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stets präsent.

  • Workshop 3 (ausgebucht)

    Saraya Gomis (EOTO)
    Moderation: Alina Welp (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Rassismus in Bildungsinstitutionen

    Rassismus in Bildungsinstitutionen hat eine lange Geschichte. In diesem Workshop soll der Frage nachgegangen werden, wie wir über die individuelle Ebene hinaus strukturellen und institutionellen Rassismus erkennen und auch über eine Überarbeitung von Lern- und Lernmitteln hinaus zu einem mindestens rassismuskritischen professionellen Handeln gelangen.

  • Workshop 4 (ausgebucht)

    Mark Terkessidis
    Moderation: Thomas Gill (Berliner Landeszentrale für politische Bildung)

    Deutscher Kolonialismus und seine Folgewirkungen

    Eine neue Erinnerungskultur, die die koloniale Vergangenheit Deutschlands einbezieht, hat gravierende Auswirkungen für das Selbstverständnis eines Landes, dessen Bevölkerung immer diverser wird. Der Workshop geht der Frage nach, welche Perspektiven sichtbar werden, wenn auch die Erinnerung jener zählt, die eingewandert und damit Teil der Gesellschaft geworden sind.

  • Workshop 5 (ausgebucht)

    Bärbel Völkel (PH Ludwigsburg)
    Moderation: Anja Witzel (Berliner Landeszentrale für politische Bildung)

    Geschichtsbewusstsein als rassistisches Konzept?

    Die Schulung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins gilt als zentrale Aufgabe des historischen Lernens. Nicht reflektiert wird jedoch, dass das Geschichtsbewusstsein und sein öffentliches Gegenüber, die Geschichts- und Erinnerungskultur, in den Kontext einer historistischen Geschichtstheorie gehören. Deren Bezugspunkt ist die Nation unter einer ethnischen Perspektive. Dies erkennt man z.B. daran, dass Schwarze Deutsche, Sinti und Roma, wie auch Juden, nicht Teil der deutschen Erinnerungskultur sind. Weiß sein wird als unsichtbare Norm bei der Schulung des Geschichtsbewusstseins erkennbar.

  • Workshop 6 (ausgebucht)

    Susann Lewerenz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
    Moderation: Cornelia Chmiel (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Bildungsarbeit zu Verflechtungen von Rassismus und Antisemitismus in Gedenkstätten

    Welchen Gewinn kann es haben, wenn Bildungsarbeit in Gedenkstätten historische Formen von Rassismus und Antisemitismus in Bezug zueinander setzt – und welche Herausforderungen sind damit verbunden? Kann eine solche verflechtungsgeschichtliche Perspektive dazu beitragen, den Blick für Funktions- und Wirkungsweisen sowie das Zusammenwirken auch aktueller Ideologien der Ungleichwertigkeit zu schärfen?

  • Workshop 7 (ausgebucht)

    Maureen Maisha Auma (Hochschule Magdeburg-Stendal/TU Berlin)
    Moderation: Maria Ganten & Adrian Lehne (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Bildung dekolonisieren

    Der Workshop setzt sich mit der Kolonialität von Bildung auseinander: Was bedeutet es, festzustellen, dass kolonialgeprägte Normen wirksam sind – in Institutionen der Erziehung und Bildung? Welche Perspektiven ergeben sich aus einer Aufarbeitung der Kolonialität von Macht und Wissen für intersektional-rassimuskritische und für diversitätsgeprägte Arbeiten? Und wie kann die Herausforderung der Dekolonialisierung institutionell aufgegriffen und umgesetzt werden?

    Maureen Maisha Auma ist Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin. Sie ist seit 1993 aktiv bei der Schwarzen feministischen Selbstorganisation Generation Adefra, Schwarze Frauen* in Deutschland. Sie ist Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal und zur Zeit Gastprofessorin am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin.

  • Workshop 8 (ausgebucht)

    Tarek Shukrallah (partizipieren.org)
    Moderation: Lena Steenbuck (Berliner Landeszentrale für politische Bildung)

    Erinnern heißt Verändern! Neuer Antirassismus und Migrantifa gegen koloniale Kontinuitäten

    Nach dem rassistischen Terroranschlag in Hanau am 19. Februar 2020 formiert sich binnen weniger Tage eine neue antirassistische Emanzipationsbewegung in Deutschland: Migrantifa. In der Bewegung verschmelzen unterschiedliche widerständige Praxen, deren historische und gegenwärtige Bezüge sowie Praktiken diskutiert und in ein Verhältnis zu Kontinuitäten einer Kolonialität der Macht gesetzt werden.

  • Workshop 9 (ausgebucht)

    Annika Eckel (Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke) & Ulli Jentsch (NSU- Watch)
    Moderation: Lotte Thaa (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    „Geschichten, die uns gehören, zurückerobern“ Archive und Zivilgesellschaft als Akteure der Geschichtsschreibung

    Die Geschichten der antirassistischen und antifaschistischen Kämpfe, aber auch die rassistische Propaganda extrem rechter Gruppen, haben ihren Weg gefunden in die Archive der Institutionen ebenso wie in die Archive der sozialen Bewegungen. Von dort kann Vergessenes oder bisher “Nicht-Erzähltes” zurückerobert werden und die Auseinandersetzung heute bereichern. Wessen Geschichte wird erzählt, für wen und was gibt es ein offizielles Gedenken? Und wie können zivilgesellschaftliche Akteure (lokale) Geschichte neu schreiben?

  • Workshop 10 (ausgebucht)

    Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment)
    Moderation: Veronika Springmann (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

    Antisemitismus im Geschichtsunterricht?

    Das Wissen um die Geschichte des Nationalsozialismus und die Shoah immunisiert nicht gegen Antisemitismus. In welchem Zusammenhang stehen Geschichte und Gegenwart im Hinblick auf aktuellen Antisemitismus? Welche Rolle spielt dabei die Geschichtsdidaktik selbst? Was kommt von außen in die Schule und wie können Lehrkräfte und Pädagogen:innen damit umgehen?

  • 16.45 – 17.00 Uhr
    Pause

  • 17.00 – 18.00 Uhr
    Podiumsgespräch II

    Wie kann sich die historisch-politische Bildung zu den Gefahren von Rechtsextremismus und Rassismus verhalten? Was braucht es dafür? Welche Aufgaben kommen dabei der Politik zu?

    • Regina Kittler (Die LINKE, Abgeordnetenhaus Berlin)
    • Astrid Messerschmidt (Universität Wuppertal)
    • Thomas Köcher (Landeszentrale für politische Bildung, Bremen)
    • Natasha A. Kelly (Kommunikationswissenschaftlerin, Soziologin)

    Moderation: Martin Lücke (Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, FU Berlin)

Organisatorisches

  • Kooperationspartner:

    Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte der FU Berlin

  • Datum:

    Dienstag, 13. April 2021

  • Zeit:

    13.45 bis 18.00 Uhr

  • Ort:

    Online

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei.

  • Anmeldung:

    Diese Tagung ist ausgebucht. Für die beiden Podiumsgespräche und die Workshops werden einzelne digitale WebEx-Räume erstellt. Angemeldete erhalten ihre Zugangsdaten einige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail.

  • iCalendar:

  • Ansprechperson:

    Anja Witzel, E-Mail, Telefon (030) 90227 4968