Gemeine Stadt – Berlin gemeinsam gestalten | Teil 4: Umweltgerechtigkeit

Die Aussage „Not ist hierarchisch, Smog ist demokratisch“, die der Soziologe Ulrich Beck in seinem berühmten Buch Risikogesellschaft 1986 getroffen hat, ist längst widerlegt. Urbanist:innen wie Mike Davis haben im Gegenteil gezeigt, dass Umweltbelastungen oder Klimakatastrophen in städtischen Räumen sozial äußerst ungleich verteilt sind. Dabei sind Menschen, die aufgrund ihrer Klasse, ihrer Herkunft oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit ohnehin benachteiligt sind, oft gezwungen, an Orten mit besonders hohen Belastungen durch Lärm, Luftschadstoffe oder urbane Hitze-Inseln zu leben. In den USA gilt dies seit Jahrzehnten als Umweltrassismus (environmental racism), ein Begriff, der hierzulande noch weitgehend unbekannt ist.
Mit Blick auf den Klimawandel, der solche Belastungen und ihre sozial ungleichen Effekte massiv verschärfen wird, thematisiert die Veranstaltung die Frage der Umweltgerechtigkeit in Berlin. Welche urbanen Orte und Gruppen sind den im Klimawandel steigenden Umweltgefahren besonders stark ausgesetzt, wer kann sich am wenigsten davor schützen? Welche politischen Weichenstellungen wären erforderlich, um Umweltgerechtigkeit für alle in Berlin lebenden Menschen zu gewährleisten? Welche Akteur:innen dominieren umweltrelevante Entscheidungsprozesse, welche Minderheiten sind aus ihnen ausgeschlossen? Welche Initiativen kämpfen mit welchen Forderungen für Umweltgerechtigkeit, wo sind die Blockaden dagegen zu verorten?

+Programm+

  • 14.00 Uhr: Begrüßung & Einführung

Teil I: Umwelt(un)gerechtigkeit?

  • 14.15 Uhr: Um-Welt-Gerechtigkeit ist mehr als eine soziale Frage. Input von Annette Jensen
  • 14.30 Uhr: Was hat Umweltgerechtigkeit mit kolonialer Geschichte zu tun? Input Ellen Gomes, Black Earth Collective
  • 14.45 Uhr: Gespräch mit Annette Jensen & Ellen Gomes

Teil II: Stadt-Lärm

  • 15.15 Uhr: Städtische Klangumwelten. Ein Hörspaziergang mit Thomas Kusitzky
  • 16.15: Uhr Pause

Teil III: Städtische Bürokratie für den Klimawandel

  • 16.45 Uhr: Pop-up und Struktur. Kommentierte Ausschnitte aus einem entstehenden Dokumentarfilm. Von und mit Anne Huffschmid
  • 17.15 Uhr: Pause

Teil IV: Urbane Umwelten erforschen: Laborberichte

  • 17.30 Uhr: Tischgespräche (mit Studierenden des Masterprogramms soziokulturelle Studien, Europa-Universität Frankfurt/Oder)
  • 18.00 Uhr: Abschluss
Logo: "Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung"
  • Mitwirkende:

    • Ellen Gomes, Black Earth Collective
    • Anne Huffschmid, Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin, FU Berlin, Lateinamerika-Institut, Mitglied von metrozones
    • Annette Jensen, freie Journalistin und Publizistin
    • Thomas Kusitzky, Klangforscher und -künstler
  • Datum:

    Samstag, 26. Februar 2022

  • Zeit:

    14.00 – 18.00 Uhr

  • Ort:

    Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Besuchszentrum / ##icon:stadtplan## Stadtplan

  • iCalendar:

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei.

  • Anmeldung:

    Melden Sie sich bitte ##icon:formular## online an.

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961