Wir erleben gegenwärtig weltweit einen gesellschaftlichen und politischen Backlash: Die Anerkennung menschlicher Vielfalt als menschenrechtliches Prinzip wird ebenso infrage gestellt wie die Einsicht, dass Diskriminierung nicht allein in individuellen Einstellungen und Handlungen besteht, sondern tief in gesellschaftliche Strukturen und Institutionen eingeschrieben ist. Errungenschaften und Ansätze, die in den vergangenen Jahren mit der Hoffnung auf mehr Teilhabe und Diskriminierungsbewusstsein verbunden waren – etwa Diversity Mainstreaming oder diskriminierungskritische Öffnungsprozesse von Organisationen – geraten unter Druck. Zugleich stellt sich die Frage, wie tiefgreifend diese Ansätze gesellschaftliche und institutionelle Strukturen tatsächlich verändert haben.
Diese Entwicklungen fordern auch die politische Bildung heraus, den Blick auf sich selbst zu richten: Welche Bedeutung hat Diskriminierungskritik für ihr Selbstverständnis, ihre institutionellen Strukturen und ihre pädagogische Praxis? Welche Rolle spielen dabei die Haltungen und Positionierungen der handelnden Personen? Orientierungspunkte für diese Auseinandersetzung sind ein menschenrechtlich fundiertes Verständnis eines wirksamen Diskriminierungsverbots ebenso wie ein gehaltvoller Begriff von Kritik, der politische Bildung nicht nur als Vermittlung, sondern auch als Raum gesellschaftlicher Selbstbefragung versteht.
Dabei lohnt ein genauer Blick auf die zunehmende Bedeutung von Präventionslogiken in der politischen Bildung. Prävention und Kritik folgen unterschiedlichen Perspektiven: Prävention richtet den Blick häufig auf bestimmte Gruppen oder Phänomene, die als potenzielle Gefährdung adressiert werden, und zielt darauf, bereits definierte Risiken zu verhindern. Eine kritische politische Bildung fragt demgegenüber nach gesellschaftlichen Verhältnissen, Macht- und Ungleichheitsstrukturen und danach, wie diese hervorgebracht, stabilisiert und verändert werden. Sie schließt die eigene Position und Praxis in diese Befragung ein und hält gesellschaftliche Zukunft als grundsätzlich offen und gestaltbar.
Der halbtägige Fachtag lädt dazu ein, diese Spannungsverhältnisse gemeinsam zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, was eine diskriminierungskritische politische Bildung unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen ausmacht – und welche Konsequenzen sich daraus für ihr Selbstverständnis, ihre Strukturen und ihre konkrete Praxis ergeben.
Diskriminierungskritik in Zeiten des Backlash – Herausforderungen für die politische Bildung
Programm
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13.00 Uhr
Anmeldung und Ankommen
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13.00 Uhr
Begrüßung
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13.40 Uhr:
Murmelrunden zum Einstieg
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14.00 Uhr
Vorstellung der Denkräume „Was tun gegen…?“
Denkraum 1: „… gegen Rassismen und Antisemitismus“ (Iven Saadi)
Denkraum 2: „… gegen Ableismus?“ (Joanna Bedersdorfer und Anja Höppner, FU Berlin)
Denkraum 3: „… gegen Klassismus?“ (Robin Bell, politische*r Bildner*in)
Denkraum 4: „…gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit?“ (Mimi Vogt, Linguistin und politische Bildnerin) -
14.10 Uhr
Denkräume I: Wo stehen wir?
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15.00 Uhr
Pause
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15.20 Uhr
Denkräume II: Wo wollen wir hin?
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16.00 Uhr
Denkräume III: Was ist zu tun?
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16.40 Uhr
Pause
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17.00 Uhr
Dialogrunden
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17.30 Uhr
Stay Together
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18.00 Uhr
Ende der Veranstaltung
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Datum:
Dienstag, 10. November 2026
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Zeit:
13.00–18.00 Uhr
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Ort:
Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin / Stadtplan
Barrierefreiheit:

Erläuterung der Symbole zur Barrierefreiheit -
Entgelt:
Die Teilnahme ist entgeltfrei.
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Anmeldung:
Melden Sie sich bitte online an.
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iCalendar:
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Ansprechperson:
Melike B. Ҫınar, E-Mail, Telefon (030) 90249 3058
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