Antimuslimischer Rassismus: Widerstände und Perspektiven

Online-Diskussion

6. Teil der Veranstaltungsreihe »Politische Bildung in der postnationalsozialistischen Gesellschaft: diversitätssensibel – diskriminierungskritisch – inklusiv.«

Die Geschichte des anti-muslimischen Rassismus ist eng mit der Geschichte der Neuzeit verwoben. Seinen Ausgang nimmt der antimuslimische Rassismus mit der Reconquista, der Vertreibung der Muslime aus Spanien und der Unterscheidung der neuen Untertanen nicht nach Religion, sondern nach Abstammung. Spätestens mit den „Türken vor Wien“ 1529 wurden Muslime einerseits als gefährlich, gewaltbereit und despotisch dämonisiert und andererseits – nach dem Sieg über sie – als unkultiviert, barbarisch und unzivilisiert abgewertet. Mit der Arbeitsmigration ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gewinnt antimuslimischer Rassismus wieder an Bedeutung. Nach den Attentaten am 11.09.2001, Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ und der Fluchtzuwanderung nach 2015 verschieben sich die Diskurse: aus „Ausländern“ werden in der öffentlichen Wahrnehmung „Muslime“.
Den Impuls zur Diskussion gibt Prof. Dr. Zülfukar Çetin von der Ev. Hochschule Berlin.

Über die Veranstaltungsreihe

Die Dynamik des gesellschaftlichen Wandels und die aktuellen Krisenphänomene (Wirtschaft, Finanzen, Klima, Corona, Krieg in der Ukraine aber autoritäre Tendenzen) haben tiefgreifende Folgen für die politische Bildung. Die politische Orientierung in einer unübersichtlichen Welt wird immer herausfordernder, nicht nur für Kinder und Jugendliche sondern auch zunehmend für uns alle.

Mit Bezug darauf, die deutsche Gesellschaft als postnationalsozialistische zu begreifen, fragen wir danach, welche Konsequenzen dies für pädagogisches Handeln hat. Welche historischen Prägungen und Verdrängungen müssen wir mitreflektieren, wenn wir eine der aktuellen Situation angemessene politische Bildung entwickeln wollen?

Wie muss eine politische Bildung in einer Gesellschaft der Vielfalt aufgestellt sein? Was bedeutet diversitätssensibel, diskriminierungskritisch, inklusiv? Im zweiten Teil der Veranstaltungsreihe wollen wir diverse Selbstorganisationen und deren Perspektive mit in die Debatte einbeziehen. Welche Perspektiven fehlen bisher in der politischen Bildung? Was verbindet uns? Und welche neuen gemeinsame Perspektiven wollen wir entwickeln?

Video-Mitschnitt (ohne Diskussionsteil)

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Formate: video/youtube

  • Moderation:

    • Prof. Dr. Sabine Achour, Freie Universität Berlin
    • Thomas Gill, Berliner Landeszentrale für politische Bildung
  • Kooperationspartner:

    Freie Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Professur für Politikdidaktik/ Politische Bildung

  • Datum:

    Dienstag, 10. Januar 2023

  • Zeit:

    16.00 – 18.00 Uhr

  • Ort:

    Online, die Zugangsdaten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei.

  • Anmeldung:

    Melden Sie sich bitte online an.

  • iCalendar:

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961