Gast auf Zeit – damals wie heute? 65 Jahre Arbeit, Migration und Zugehörigkeit

Diskssion

Vor 65 Jahren schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei das sogenannte Anwerbeabkommen. Arbeitskräfte wurden für eine begrenzte Zeit angeworben – doch viele blieben, holten ihre Familien nach und machten Deutschland zu ihrem Lebensmittelpunkt. Heute sind die ehemaligen „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“ und ihre Familien selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft. Zugleich stellen sich Fragen nach Anerkennung, Teilhabe und Zugehörigkeit bis heute – nicht nur für die inzwischen älter gewordene erste Generation, sondern auch ihre Nachkommen in der zweiten, dritten und vierten Generation.
Deutschland wirbt heute erneut gezielt Arbeitskräfte im Ausland an. Angesichts des Fach- und Arbeitskräftemangels wurden die Möglichkeiten der Einwanderung zu Erwerbszwecken ausgeweitet. Auch Berlin ist auf internationale Arbeitskräfte angewiesen. Welche Erfahrungen aus der Geschichte der „Gastarbeit“ sind für die heutige Arbeitsmigration relevant? Was hat sich grundlegend verändert – und wo begegnen uns alte Fragen in neuer Form? Wie erleben Menschen, die heute etwa aus Indien zum Arbeiten nach Berlin kommen, Anwerbung, Alltag und gesellschaftliche Zugehörigkeit? Und welche Verantwortung tragen Politik und Verwaltung dafür, dass aus der Anwerbung von Arbeitskräften auch gesellschaftliche Teilhabe werden kann?
Das Podium nimmt den 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zum Anlass, Vergangenheit und Gegenwart miteinander ins Gespräch zu bringen – und zu fragen, was eine zeitgemäße Einwanderungsgesellschaft aus der Geschichte lernen kann.

Auf dem Podium kommen miteinander ins Gespräch
  • Ayşe Demir, Sprecherin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB)
  • Nina Scholz, freie Journalistin
  • Nadine Knapp, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Forschungsgruppe: Globale Fragen
  • Eren Ünsal, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) SenASGIVA

Die Moderation übernimmt Dilek Üşük.

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