Adrian, ein junger Mann aus Offenbach, ist gerade mal 26 Jahre alt, als er in die Fänge von Islamisten gerät und sich radikalisiert. Kein Einzelfall, denn vor allem junge Menschen werden von islamistischer Propaganda angesprochen. Eine Dokumentation des Hessischen Rundfunks zeichnet Adrians Geschichte nach.
Adrian hat einen großen Freundeskreis, ein Talent als Rapper und ein liebevolles Verhältnis zu seiner Mutter. Doch dann konvertiert er zum Islam und heiratet eine Muslima, die er vorher noch nie gesehen hat. Mit ihr verschwindet er 2017 in die Türkei – angeblich, um Urlaub zu machen. Für seine Mutter ist die Situation kaum zu ertragen. »Und dann passierte das Allerschlimmste: Er kam tot im Sarg nach Hause und sein Herz war herausgeschnitten«, beschreibt Maria Torres das grausame Ende ihres Sohnes. Seitdem ist die Mutter auf der Suche nach Antworten: Warum hat sich ihr Sohn so verändert und begonnen, die westliche Kultur zu hassen, wo genau im Ausland hat er sich aufgehalten und was ist ihm auf dieser Reise wirklich passiert?
Auch wenn Adrians Lebensweg besonders tragisch verlief, ist seine Radikalisierung kein Einzelfall. Der Berliner Verfassungsschutz zählt für das vergangene Jahr 2.440 Menschen in Berlin zur islamistischen Szene. Vor allem junge Menschen werden von ihrer Propaganda angesprochen. Insbesondere salafistische Propaganda-Aktivitäten richten sich laut Verfassungsschutz immer stärker auch an Kinder und Jugendliche. Der Tod ihres Sohnes stürzte Maria Torres in eine tiefe Krise. Doch mittlerweile hat sie einen Weg gefunden, das Erlebte zu verarbeiten. Sie hat den Verein »Never forget Adrian« gegründet und engagiert sich in der Präventionsarbeit. Unter anderem erzählt sie die Geschichte ihres Sohnes anderen jungen Menschen, um sie vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren.