Vor 50 Jahren begannen am 3. März 1975 die Erschließungsarbeiten für die Großsiedlung Marzahn – ein Prestigeprojekt des industriellen Wohnungsbaus der DDR. Anlässlich dieses Jahrestags hat die Bundesstiftung Aufarbeitung die achte Folge ihrer Videoreihe »Backstage DDR« mit dem Titel »Wohnen in der DDR« veröffentlicht.
Die Folge beleuchtet die staatlich gesteuerte Wohnraumvergabe, die sozialen Auswirkungen der Wohnungsnot und den Alltag in den neuen Plattenbaugebieten. »Backstage DDR« hinterfragt Mythen über das vermeintlich gerechte Wohnsystem der DDR und ordnet sie in den historischen Kontext ein. »Sieht man heute die sanierten Altbauviertel in den ostdeutschen Städten, kann man sich kaum mehr vorstellen, warum Ostdeutsche vor 1989 mit Begeisterung in die charakterlosen Neubauviertel gezogen sind, in denen sie – wie der Volksmund damals zu sagen pflegte – ´sicher, trocken und warm´ leben und nicht mehr auf halber Treppe auf die Toilette gehen mussten«, so Direktorin Dr. Anna Kaminsky.
Die Videoreihe »Backstage DDR« beleuchtet Hintergründe und Zusammenhänge der DDR-Geschichte und des DDR-Alltags. Mit Zeitzeugeninterviews, historischem Film- und Fotomaterial sowie Sprechern, die anschaulich durch das Thema führen, werden zentrale Bereiche der kommunistischen Diktatur in der DDR – von Bildung über Wirtschaft bis hin zu Repression und Widerstand – verständlich aufbereitet.