Mit der »Gretchenfrage« hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport gemeinsam mit Berlins Landeswahlleiter ein digitales Angebot gestartet, das Berlinerinnen und Berlinern direkt in sozialen Medien einen KI-gestützten Orientierungs-Check für verdächtige Inhalte bietet. Hiermit soll die Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation und digitale Einflussnahme im Umfeld der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 gestärkt werden.
So funktioniert die »Gretchenfrage«: Wer auf Instagram, TikTok oder X auf ein Bild, Video oder eine Behauptung im Vorfeld der Berliner Wahlen stößt, kann den Beitrag mit nur zwei Klicks mit Gretchen_AI_Berlin auf Instagram teilen. Die KI untersucht Bilder und Videos zunächst auf Hinweise für synthetisch erzeugte oder manipulierte Inhalte. Anschließend werden enthaltene Behauptungen anhand belastbarer Quellen, offizieller Informationen und hochwertiger Faktenchecks eingeordnet und relevante Hintergründe aufbereitet.
Die eingesetzte Technologie stammt aus der Berliner KI-Forschung. Das Team hinter Gretchen AI ist aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hervorgegangen und entwickelt seit mehreren Jahren Verfahren zur Erkennung und Einordnung synthetischer und manipulierter Medien. Dabei werden laut Angaben der Senatsinnenverwaltung nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern ebenso die Grenzen heutiger KI-Systeme berücksichtigt.
Ergebnisse sollen nicht als unumstößliche Urteile präsentiert werden, sondern als nachvollziehbare Orientierung mit Quellen, Hinweisen und – wo erforderlich – transparent ausgewiesener Unsicherheit. Wie die Senatsinnenverwaltung betont, geht es nicht darum, Nutzerinnen und Nutzern vorzugeben, was sie glauben oder wie sie politische Inhalte bewerten sollen. Die Gretchenfrage soll zusätzliche Informationen zugänglich machen, Unsicherheiten sichtbar aufzeigen und damit die eigenständige Meinungsbildung unterstützen.
Das Angebot soll Berlinerinnen und Berliner dabei unterstützen, digitale Inhalte bewusster zu betrachten, Manipulationsversuche früher zu erkennen und Quellen kritischer zu betrachten. Dabei geht es nicht darum, politische Debatten zu bewerten oder bestimmte Sichtweisen vorzugeben. Die Gretchenfrage soll vielmehr den Zugang zu relevanten Informationen erleichtern und Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich selbst ein möglichst informiertes Bild zu machen.
Die Gretchenfrage lässt sich auf TikTok, Instagram und X stellen: einfach den gefundenen Inhalt an Instagram Gretchen_AI_Berlin teilen.