Zwischen Aufbruch, Flucht und Selbstbehauptung: Open-Air-Kino in der ehemaligen Stasi-Zentrale

Vordergrund: Werbeaufsteller "Campus-Kino" Hintergrund: Kino-Publikum in Sonnenstühlen

Im August wird der Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale erneut zum Open-Air-Kino. Bereits zum siebten Mal lädt das Campus-Kino vom 3. bis 27. August zu vier Wochen Film und Diskussion rund um die Themen DDR, Staatssicherheit, Opposition und Aufarbeitung ein. 65 Jahre nach dem Mauerbau gehört diesmal die Dokumentation »Tunnel der Freiheit« zum Programm und erinnert an die spektakuläre Flucht von 29 Menschen durch den sogenannten »Tunnel 29«. Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Robert-Havemann-Gesellschaft veranstalten das Kino auf dem Campus für Demokratie.

Das Programm richtet den Blick auf persönliche Umbrüche, Freiheitssehnsucht und Selbstbehauptung in der Diktatur und in der Transformationszeit nach 1990. Die Filme handeln von Frauen in der DDR, von Flucht und Grenzerfahrungen, von Musik, Freundschaft und gesellschaftlichem Wandel.

Zum Auftakt zeigt das Campus-Kino die Tragikomödie »Wilma will mehr«. Der Film erzählt von einer Frau aus der Lausitz, die nach den Brüchen der Nachwendezeit in Wien einen Neuanfang wagt. Mit »Stolz und Eigensinn« richtet sich der Blick auf Frauen in DDR-Großbetrieben, die von Arbeitsalltag, Selbstbehauptung und Umbruchserfahrungen erzählen. Zum Programm gehören außerdem Filme wie »Das Versprechen«, »Als wir träumten«, »lüstern & SCHREIEN«, »Hunger auf Leben« oder der Klassiker »Good Bye, Lenin!« mit Katrin Sass und Daniel Brühl.

Die Filmabende verbinden Spielfilme, Dokumentationen und Zeitgeschichte mit Gesprächen am historischen Ort. Filmstart ist jeweils montags, dienstags und donnerstags um 19.30 Uhr. In den Filmgesprächen geben Filmschaffende, Fachleute sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Einblicke in die Themen. Das Rahmenprogramm umfasst zudem Führungen und Ausstellungen auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale.

Auch das Kinder-Campus-Kino ist wieder Teil des Programms. Gemeinsam mit dem MACHmit! Museum werden Filme gezeigt, die Kinder altersgerecht an Themen wie Freiheit, Flucht, Freundschaft und Kinderrechte heranführen. Nach den Vorführungen gibt es thematische Werkstatt- und Bastelangebote. Ein besonderer Höhepunkt ist der Animationsfilm »Fritzi – Eine Wendewundergeschichte«. Der Film erzählt aus Kindersicht vom Herbst 1989 in Leipzig und der Friedlichen Revolution. Weitere Filme wie »Der Pfad«, »Zirkuskind« oder »Dounia und die Prinzessin von Aleppo« greifen Fragen von Heimat, Identität und Flucht auf und verbinden sie mit den Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention.

Der Eintritt ist frei. Sitzplatzreservierungen sind nicht möglich. Snacks und Getränke sind vor Ort erhältlich. Die Filmvorführungen finden auch bei Regen statt.

Programm und detaillierte Informationen

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie

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