Der Virus des Faschismus verbreitet sich schnell. Eine veränderte globale Weltordnung befördert Unsicherheit. Sinkender Wohlstand schürt Unzufriedenheit mit dem Etablierten. Zudem wirken demokratische Entscheidungen oft kompliziert und weit entfernt vom eigenen Alltag – ein idealer Nährboden für populistische und autoritär-faschistische Bewegungen. Wie lässt sich die Resilienz der Demokratie stärken und der Erfolg der Populisten stoppen? Diesen Fragen widmet sich die neuste Folge der 3sat-Diskussionsreihe »NANO Talk«.
Aktuelle Untersuchungen zur Krise westlicher Demokratien zeigen: Viele Menschen werden von Frustration und Wut getrieben. Der Eindruck, mit ihren Bedürfnissen von der politischen Führung nicht gehört zu werden, lässt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl politischer Ohnmacht entstehen. Autoritäre Systeme versprechen dagegen klare Ordnung und Besserung der Verhältnisse. Aber die Geschichte zeigt: Autoritäre faschistische Regime halten ihre Heilsversprechen nicht. Am Ende stehen die Auflösung aller Rechtsstaatlichkeit, der Verlust der Freiheit und die Missachtung der Menschenrechte. Wie ist es möglich, dass sich auf dem Boden demokratischer Verfassungen faschistische Strukturen etablieren und demokratische Instrumente missbraucht werden, um autoritäre Systeme zu schaffen? Warum scheint die Demokratie so anfällig für Zerstörung zu sein? Welche Rolle spielen dabei Bildung und Medien? Darüber diskutiert Alena Buyx im »NANO Talk« mit ihren Gästen: Rainer Mühlhoff, Philosoph, Mathematiker und Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz an der Universität Osnabrück, Oliver Nachtwey, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler und Professor für Sozialkulturanalyse an der Universität Basel, sowie Sven Reichardt, Historiker und Professor für Zeitgeschichte an der Universität Konstanz.
Begleitend zur Diskussionssendung gibt es in der 3sat-Mediathek die NANO Doku »Immer mehr Wut – Warum sind wir so aggressiv?«.